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Stärke. Vielfalt. Zukunft.

Bundeskongress 2015

Stärke. Vielfalt. Zukunft.

ver.di-Geschäftsbericht 2011-2014

 
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
gemeinsam sind wir in den vergangenen vier Jahren ein weiteres gutes Stück vorangekommen.

In vielfältigen Tarifauseinandersetzungen haben wir mit zahlreichen Tarifverträgen deutliche reale Lohnzuwächse erzielen können. Mit allgemeinverbindlichen Tarifverträgen haben wir in sensiblen Branchen untere Lohngruppen anheben und das Lohngefüge stabilisieren können. Das Engagement zur Überwindung der Finanz- und Wirtschaftskrise der vorangehenden Jahre hat den Gewerkschaften in Gesellschaft und Wirtschaft zu neuem Gewicht verholfen. 2013/2014 hat die große Koalition den allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn, für den wir uns zusammen mit vielen anderen Akteuren jahrelang engagiert hatten, auf die Agenda gesetzt – seit dem 1. Januar 2015 gilt er nun.

Geschäftsbericht 2011-2014 ver.di Geschäftsbericht 2011-2014

Unsere Auseinandersetzungen mit digitalen Technologien, ihren Potenzialen und konkreten Auswirkungen in den diversen Dienstleistungsbranchen haben wir fortgesetzt. Unser Blick war und ist auf die Gewährleistung guter Arbeitsbedingungen gerichtet. Unser Wirkungskreis reichte von wissenschaftlichen Beschreibungen und Prognosen über die Fokussierung auf die diversen konkreten Veränderungen an den Arbeitsplätzen und auf deren veränderten Rahmenbedingungen bis hin zu neuen präventiven Maßnahmen in Tarifverträgen, betrieblichen Vereinbarungen und Arbeitsschutzstrategien für einen guten Arbeits- und Gesundheitsschutz.

Mit zahlreichen gewerkschafts- und gesellschaftpolitischen Initiativen haben wir Themen, die sowohl für die Beschäftigten wie die Bürgerinnen und Bürger von Bedeutung sind, öffentlich vorangebracht, wie z. B.: die europäische Bürgerinitiative „Wasser ist Menschenrecht“, die Problematisierung der Investitionsschutzabkommen CETA, TTIP und TISA, die Aktivitäten für mehr Steuergerechtigkeit und vieles mehr.

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di war auch in den zurückliegenden Jahren eine starke gewerkschaftliche Kraft in unserer Gesellschaft – dank ihrer Mitglieder und deren Engagement.

Der Bundeskongress 2011 hatte zahlreiche Impulse gesetzt.

Die tarifpolitischen Akzente richteten sich

  • auf Einkommensverbesserungen für die Beschäftigten und die Selbstständigen,
  • auf die Bekämpfung von Armutslöhnen und die Durchsetzung von Mindestlöhnen,
  • auf die Abwehr von Lohnsenkungen und Arbeitszeitverlängerungen und
  • auf die Verbesserung der Arbeitsbedingungen.

Die gewerkschaftlichen und politischen Akzente zielten

  • auf gute Arbeitsbedingungen und gegen die Entsicherung und Prekarisierung von Beschäftigungsverhältnissen;
  • auf eine gute sozialgesetzliche Absicherung im Alter und bei Arbeitslosigkeit, bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten, im Krankheits- und Pflegefall;
  • auf die Tragfähigkeit und Zugänglichkeit guter öffentlicher Dienstleistungen und gegen eine Deregulierung, Privatisierung und Kommerzialisierung der Daseinsvorsorge;
  • auf eine faire Verteilung des Erwirtschafteten und gegen Regime der Maßlosigkeit, die sich an internationalen Finanzmärkten und in Schattenbanken abermals ausgebreitet haben.

Hochwertige, gute statt schlechte, in ungesicherten Arbeitsverhältnissen erbrachte Dienstleistungen waren und sind unser Leitbild bei den Umgestaltungsprozessen in den Arbeitswelten
im Zuge sich rasant verändernder digitaler Technologien. Exemplarisch werden die Herausforderungen bei den gesellschaftlich notwendigen, den personennahen und den öffentlichen Dienstleistungen deutlich. Das Ringen um gute Arbeitsbedingungen in den sich digitalisierenden Arbeitswelten in den unterschiedlichen Dienstleistungsbranchen, symbolisiert mit dem Begriff „Arbeit 4.0“, ist zu einem zentralen Handlungsfeld geworden und hat zu einer Stärkung von ver.di bis in den Arbeitsalltag und seine Umgestaltung hinein beigetragen. Die Auseinandersetzung um „Gute Arbeit“ trägt zugleich zu einer besseren Verankerung von ver.di bei den Mitgliedern bei.

Die verstärkte Verankerung von ver.di in den Betrieben, Dienststellen und Einrichtungen beeinflusst die Mitgliederentwicklung positiv. Die stärkere Orientierung auf die Mitglieder brachte die Organisation 2013 erstmals seit Jahrzehnten wieder zu einer schwarzen Null bei der Mitgliederentwicklung – 2015 wollen wir daran anknüpfen. Mit dem 2011 beschlossenen Organisationsprojekt „Perspektive 2015“ wurde das Profil von ver.di im Hinblick auf Mitgliederleistungen geschärft, seien es einerseits individuelle Leistungen wie die Rechtsberatung und der Rechtsschutz, andererseits kollektive Leistungen wie Tarifverträge. Den 2011 eingeschlagenen Weg wollen wir in den kommenden Jahren fortsetzen und unserer ver.di mit dem Kongress wichtige Impulse geben.

Angesichts der vielfältigen Herausforderungen und beachtlichen Erfolge freuen wir, der Bundesvorstand und der Gewerkschaftsrat, uns, euch am Ende der Amtsperiode einen ausführlichen Geschäftsbericht vorlegen zu können. Auf dem Bundeskongress wird dieser schriftliche Bericht noch mündlich ergänzt und aktualisiert.

Wir wünschen euch eine interessante Lektüre und einen guten Kongress.
 
 
Vorwort zum Geschäftsbericht
von

Frank Bsirske
ver.di-Vorsitzender

Monika Brandl
Vorsitzende des ver.di-Gewerkschaftsrats