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Fragen bleiben unbeantwortet

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Fragen bleiben unbeantwortet

Information für die Beschäftigten von real,- (März 2018)


Wir brauchen Lösungen, die uns weiterbringen

Auch in der achten Verhandlungsrunde über eine Neue Entgeltstruktur bei real hat es keinen Fortschritt gegeben. »Wettbewerbsfähige Personalkosten « heißt das Mantra der Arbeitgeber in den Verhandlungen – es ist ein Spruch, den sie ständig wiederholen. Die ver.di-Bundestarifkommission real hat den Eindruck gewonnen, dass es ihnen ausschließlich um reduzierte Entgeltsätze geht, nicht aber um eine zukunftsfähige Entgeltstruktur.

Fragen zu den Kriterien für die Zuordnung von Tätigkeiten in die einzelnen Entgeltgruppen wollten sie nicht beantworten, da dies »nicht zielführend« sei. Dabei macht es doch gerade das Wesen einer Entgeltstruktur aus, dass die Kriterien für diese Eingruppierung der Tätigkeiten transparent sind.

Eine Verhandlungsbasis gemäß der Vereinbarung aus dem Zukunftstarifvertrag ist deshalb nicht erkennbar.

Vorstellungen der Arbeitgeber sind inakzeptabel

  • Nach ihrem Entwurf liegen die Entgelte bei allen Tätigkeiten bis zu 40 % unter den Flächentarifverträgen. Beispielsweise die der Kassiererinnen in NRW in der G 1 letztes Berufsjahr, die nach der nächsten Tariferhöhung 804,56 Euro monatlich weniger erhalten würde. In anderen Bundesländern ist die Differenz sogar noch höher.

  • Bei Neueinstellungen oberhalb der EG 1 soll für die ersten sechs Monate ein Abschlag von 15 % gelten. Gleiches gilt bei Höhergruppierung in die EG 6 oder EG 7. Eine Begründung für diese Abschläge gibt es nicht.

  • Der Besitzstand soll nicht mehr für alle gelten. Befristete Mitarbeiter sollen bei Weiterbeschäftigung nach Vertragsauslauf sofort ohne Besitzstandszulage in die neue Entgeltstruktur eingruppiert werden. Gleiches gilt für Auszubildende nach der Übernahme.

  • Die Absenkung der Tarifentgelte führt automatisch zu einer Reduzierung des tariflichen Weihnachtsgeldes für alle, da das neue Tarifentgelt nun die Berechnungsgrundlage sein soll.

  • Da die vorgelegte Struktur nicht auf die Fläche übertragbar ist und die Laufzeit des Tarifvertrags ebenfalls nicht kompatibel ist, bedeutet der vorgelegte Entgelt-Tarifvertrag eine vollständige Abkoppelung vom Flächentarifvertrag.

ver.di: Wir brauchen Lösungen, die uns weiterbringen

Die Arbeitgeber erklärten, dass sie keinen Sinn darin sehen, die von der ver.di-Tarifkommission gestellten Fragen zu ihrem Entwurf zu beantworten und über den ver.di-Vorschlag für eine neue Entgeltstruktur zu verhandeln. Wir werden alle möglichen Wege ausschöpfen, um eine tarifliche Lösung für die 34.000 Beschäftigten bei real zu erreichen. Der Zukunftstarifvertrag sieht entgegen anderslautender Aussagen der Geschäftsführung nicht vor, dass vor dem 31. März eine Einigung erreicht werden muss. Will man ernsthaft verhandeln, kann man auch nach diesem Datum eine Lösung finden. Dazu fordern wir die real-Geschäftsführung auf.

Wir haben uns darauf verständigt, die Verhandlungen am 28. März fortzusetzen.

Wir brauchen Tarifverträge, die für alle gelten. Wir kämpfen für existenzsichernde Entgelte und gegen Lohndumping!