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Nicht kaputtsparen

Galeria Kaufhof

Nicht kaputtsparen

Informationen für die Beschäftigten von Galeria Kaufhof (Frühjahr 2019)


Wischiwaschi-Konzepte sichern kein Warenhaus:
Wir beim Kaufhof dürfen nicht kaputt gespart werden!

Der Job des Warenhaus-Managements ist es, mit kreativen Ideen und überzeugenden Angeboten für mehr Kunden, Umsatz und Gewinn zu sorgen. Wer würde da nicht zustimmen? Doch selbst solche Selbstverständlichkeiten müssen Betriebsräte und ver.di bei Galeria Kaufhof inzwischen mit Nachdruck einfordern.

Zu ihren Sanierungsabsichten hat die Unternehmenspitze bisher einen ziemlich inhaltsleeren Katalog vorgelegt, der aus Wischiwaschi-Überschriften besteht. Brutal deutlich wird es nur bei den angepeilten Kostensenkungen. Statt Zukunftskonzepten werden Horrorszenarien geliefert: 1.800 Vollzeitstellen sollen wegfallen, das würde rund 5.500 Menschen betreffen.

Gleichzeitig meint die Warenhaus-Geschäftsführung einen Sanierungstarifvertrag mit ver.di aushandeln zu können, der dauerhaft abgesenkte Einkommen bedeuten würde. Auch eine Beschäftigungssicherung, die diesen Namen verdient, soll offenbar auf der Strecke bleiben. Dazu sagen wir Nein!

Arbeitgeber soll einen Anerkennungstarifvertrag mit ver.di abschließen

Die ver.di-Bundestarifkommission von Galeria Kaufhof hat bei ihrer Sitzung am 22. und 23. März das destruktive Verhalten des Arbeitgebers entschieden abgelehnt. Sie fordert Kaufhof dringend dazu auf, zunächst einmal die Tarifbindung wiederherzustellen und mit ver.di einen Anerkennungstarifvertrag zu den Flächentarifverträgen des Einzelhandels abzuschließen.

Die Sache ist klar: Ohne Tarifbindung sind grundsätzlich keine Verhandlungen über einen Sanierungstarifvertrag möglich und nach den ver.di-Richtlinien müssen noch andere Voraussetzungen gegeben sein.

  • Vor allem muss vor allem ein nachhaltiges Sanierungskonzept her, mit dem das Unternehmen wieder in die Erfolgsspur kommt.

  • Die Fixierung auf radikale Kostensenkung zu Lasten eines zukunftsfähigen Warenhauskonzepts muss aufgegeben werden. Die Strukturmassnahmen, die nach dem Beispiel der Karstadt-»Sanierung« jetzt auf Kaufhof übertragen werden sollen, haben Karstadt nicht nach vorn gebracht – sie sind auch kein geeignetes Rezept für die Kaufhof-Sanierung!

  • Das Warenhaus darf nicht kaputtgespart werden!

  • Ohne verbindliche Zusagen zur Beschäftigungs- und Standortsicherung wird es auch keine Tariflösung geben können.

Die ver.di-Tarifkommission für Galeria Kaufhof fordert eine Klarstellung, welche finanziellen Beiträge der Eigentümer zu einer Sanierung zu erwarten sind. Das schließt übrigens auch die Modalitäten der hohen Mietzahlungen ein. Einen dauerhaft abgesenkten Tarifvertrag, wie ihn das Management gerne hätte, lehnen die Kolleginnen und Kollegen strikt ab.

Eines ist sicher: In vielen Kaufhof-Belegschaften rumort es. Dieser Unmut sollte nicht zuletzt in der aktuell anstehenden Tarifbewegung zum Tragen kommen: Der Protest gehört auch auf die Straße – es kommt darauf an, gemeinsam für Beschäftigungssicherung und existenzsichernde tarifliche Bezahlung einzutreten. Kämpfen wir gemeinsam für unsere Ziele!

Jetzt Mitglied werden und auch die Ansprüche aus den gekündigten Tarifverträgen sichern!