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Grünes Licht für weitere Gespräche

Wir bei GALERIA Karstadt Kaufhof

Grünes Licht für weitere Gespräche

Trotz erheblicher Differenzen, die auch in der dritten Runde der Tarifgespräche mit der Geschäftsleitung am 9. Oktober 2019 wieder aufgetaucht sind, gehen die Bemühungen um einen Sanierungstarifvertrag weiter – für alle vier Teilunternehmen der Signa-Gruppe.

Dafür gaben die ver.di-Tarifkommissionen bei Galeria Kaufhof, Karstadt Warenhaus, Karstadt Sports und Karstadt Feinkost nach einer gemeinsamen Bewertung der aktuellen Situation in Essen grünes Licht.

Zum Auftakt der Gesprächsrunde mit dem Arbeitgeber, an der wieder Entsandte aller Tarifkommissionen teilnahmen, waren die beiden von ver.di eingesetzten Wirtschaftssachverständigen an der Reihe. Sie schätzten nach ersten Prüfungen ein, dass in allen vier Teilunternehmen die Lage besorgniserregend ist.

Um dies abschließend bewerten zu können, ist es dringend notwendig, dass die Geschäftsführung weitere Zahlen, Daten und Fakten vorlegt.

Zukunft schaffen durch tragfähiges Erfolgskonzept

Für die ver.di-Tarifkommissionen bleibt es dabei: Damit die wirtschaftliche Gesundung auch plausible Erfolgsaussichten hat, müssen die Beschäftigten und ihre Vertretungen eng in die Entwicklung eines tragfähigen Zukunftskonzepts einbezogen werden. Und sie müssen dabei auf externen Sachverstand zurückgreifen können.

Die Arbeitgeberseite hat sich bisher jedoch lediglich zu einer sehr pauschalen »Mitwirkungsregelung« bereit erklärt. Das aber reicht bei Weitem nicht aus.

Separate Verhandlungen oder Sondierungen für Karstadt Sports und Karstadt Feinkost wird es mit uns nicht geben, betonen die ver.di-Tarifkommissionen: Es muss eine Lösung für das gesamte Warenhaus auf den Tisch. Das setzt voraus, dass der Eigentümer dauerhaft in ein Konzept mit Zukunftsperspektiven investiert. Nur so kann das operative Geschäft in ausreichendem Maße angekurbelt werden.

Am 9. Oktober hat die Arbeitgeberseite mitgeteilt, dass der Eigentümer eine weitere dreistellige Millionensumme investieren wird, wenn der Tarifvertrag zustandekommt. Wofür genau das Geld verwendet werden soll, wurde nicht benannt. Hier sind dringend Präzisierungen erforderlich!

Unser Ziel: sichere Perspektiven für Beschäftigte

Zur Frage der Beschäftigungs- und Standortgarantien gibt es die Zusage, dass es zu keinen Häuserschließungen kommen wird – es sei denn, Mietverträge laufen aus.

Bei den von den Tarifkommissionen geforderten Mindestbesetzungsquoten für Filialen/Abteilungen will der Arbeitgeber jedoch bisher nur eine Vereinbarung treffen, die strikt an die Personalkosten geknüpft ist. Auch das stößt auf Kritik.

Wichtig für eine noch auszuhandelnde Tariflösung ist für ver.di ebenfalls die wirksame Begrenzung der Konkurrenz im eigenen Haus – Stichwörter sind: Fremdvermietungen und Concessions. Auch hier stehen konkrete Festlegungen und verbindliche Zusagen noch aus – wie bei allen anderen von den ver.di-Tarifkommissionen formulierten Positionen.

Lohnsenkungen und überlange Laufzeit: Nicht mit uns!

Die vom Arbeitgeber erneut verlangte Laufzeit des Sanierungstarifvertrages – er will den Zukunftstarifvertrag Karstadt u.a. auf Kaufhof ausdehnen und um vier Jahre bis 2025 verlängern – lehnen die ver.di-Tarifkommissionen entschieden als zu lang ab.

Die von der Geschäftsleitung in die Diskussion gebrachte Absenkung der Entgelte (bei Kaufhof -7,68 Prozent) bzw. die zu geringe Anhebung (+3,25 Prozent bei den anderen) stoßen ebenfalls auf Ablehnung:

  • Einen Eingriff in die monatlichen Entgelte bei Kaufhof wird es mit ver.di nicht geben!

  • Auch bei Karstadt Warenhaus, Sports und Feinkost muss der Abstand zum Niveau der Flächentarifverträge am Ende des Sanierungstarifvertrages verschwunden sein. Das aber geht nur, wenn die in der Tarifrunde 2019 ausgehandelten Erhöhungen 1:1 weitergegeben und deutlich höhere Anpassungsschritte vorgenommen werden!

Wie geht es weiter?

Die gemeinsamen Gespräche zu einem Tarifvertrag, der die Sanierung der Warenhaus-Unternehmensgruppe und damit die Sicherung der Arbeitsplätze zum Ziel hat, werden am 29. Oktober in Berlin fortgesetzt.

Wir werden euch weiter so schnell wie möglich über die Entwicklungen informieren.

Wann, wenn nicht jetzt? Machen wir uns gemeinsam stark!

Helft mit und gebt uns Rückendeckung: als ver.di-Mitglied und damit als Teil unserer Basis. Denn wir sind umso stärker, je mehr wir sind. Und umso besser können wir für euch verhandeln.

Deswegen: mitmachen, mitbestimmen, Mitglied werden – in eurem eigenen Interesse!