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Gemeinsame Eckpunkte

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Gemeinsame Eckpunkte

Information für die Beschäftigten von GALERIA Kaufhof (Mai 2018)


Chancen für ein gemeinsam akzeptiertes Sanierungskonzept
Bis Ende Juni sollen gemeinsame Eckpunkte definiert sein.

Nicht die Löhne und Gehälter müssen fallen, sondern die Attraktivität des Unternehmens muss steigen – von diesem Grundsatz lässt sich die ver.di-Verhandlungskommission leiten, die am 18. Mai die Gespräche mit dem Management über den von Galeria Kaufhof angestrebten Sanierungstarifvertrag aufgenommen hat.

Einigung über das weitere Verfahren

Ein erstes Ergebnis: Beide Seiten verständigten sich über das weitere Verfahren. So sollen in einem Eckpunktepapier zunächst gemeinsame Grundsätze und Ziele geklärt werden. Hier geht es aus gewerkschaftlicher Sicht beispielsweise um Erfolg versprechende Ansätze für ein zukunftsfähiges Warenhaus und Sicherheiten für Standorte wie Arbeitsplätze. In einem zweiten Schritt könnten ver.di und Galeria Kaufhof dann versuchen, sich auf ein gemeinsam akzeptiertes Sanierungskonzept zu verständigen.

Vertrauen muss erst noch wiedergewonnen werden

Auf dem Weg dahin müssen noch etliche Hürden genommen werden:

  • Das Management fordert in der Presse Personalkostensenkung – doch das ist kein geeignetes Mittel für Umsatzwachstum, denn ohne ausreichend Personal und gute Beratung können keine neuen Kunden gewonnen werden.

  • Auch der Ruf nach »wettbewerbsfähigen Löhnen « geht in die falsche Richtung: Das Problem von Galeria Kaufhof sind nicht vermeintlich zu hohe Löhne, das Problem ist vielmehr die fehlende Wettbewerbsfähigkeit des Verkaufskonzepts.

  • Derzeit gibt es unter den Beschäftigten so gut wie kein Vertrauen in das Management und sein vorgelegtes Sanierungskonzept. Entsprechend gering ist die Bereitschaft, irgendwelche Sanierungsbeiträge zu leisten.

  • Nur wenn glaubhaft Vertrauen auf bessere Zeiten hergestellt werden kann, werden die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer überhaupt bereit sein, in das Unternehmen zu investieren.

Galeria Kaufhof will über das Sanierungskonzept reden, man möchte Vertrauen zurückgewinnen. Das erklärte Rechtsanwalt Stefan Seitz im Namen des Unternehmens. Ungeachtet dessen sei aber ein Beitrag der Arbeitnehmer erforderlich. Bei dem geforderten Sanierungsbeitrag soll es sich nach seinen Worten nicht um eine längerfristige, sondern um eine einmalige, befristete Unterstützung handeln.<

ver.di: Es braucht ein glaubwürdiges Konzept

»Allein mit Kostensenkungen zu Lasten der Arbeitnehmer wird eine Sanierung nicht gelingen. Es braucht ein glaubwürdiges Sanierungskonzept «, betonte ver.di-Verhandlungsführer Bernhard Franke. »Das Unternehmen muss neu aufgestellt werden und das muss für die Beschäftigten transparent und beeinflussbar sein. Daran wollen wir gerne mitarbeiten, wenn die Eigentümer ihrer Verantwortung gerecht werden.«

Der Zeitplan, auf den sich die Tarifparteien geeinigt haben, ist anspruchsvoll. Bis Ende Juni wollen sie sich auf das Eckpunktepapier mit gemeinsamen Grundsätzen und Zielen einigen. Verhandlungen dazu werden am 8. und 21. Juni stattfinden. Zuvor trifft sich am 4. Juni 2018 die ver.di-Bundestarifkommission, um über einen ersten Entwurf des Eckpunktepapiers zu beraten. Gemeinsam stärker: Werdet ver.di-Mitglied, damit ihr die Neuausrichtung von Galeria Kaufhof mitgestalten könnt!