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Der Hetze entgegentreten

Gegen Rechts

Der Hetze entgegentreten

ver.di NEWS (12/2018)


#wirsindmehr macht Menschen in Chemnitz Mut

Mehr als 65.000 Menschen sind am 3. September in Chemnitz zu dem Konzert #wirsindmehr gekommen. Gemeinsam mit Rockbands wie Kraftclub, Feine Sahne Fischfilet oder den Toten Hosen machten sie eindrucksvoll ihre Haltung gegen Rechts klar – das Land sei bunt, nicht braun. Seit dem 26. August ist die drittgrößte Stadt Sachsens in den Schlagzeilen, als nach dem gewaltsamen Tod des 35-jährigen Daniel H. rechte Gruppen diese Tat für sich instrumentalisierten, um Stimmung gegen Geflüchtete und Migrant/innen, aber auch gegen Journalist/innen und Politiker/innen zu machen.

Mit beim großen Konzert waren neben vielen anderen Gewerkschafter/innen aus ganz Deutschland auch Katharina Hessel, seit 60 Jahren aktive Gewerkschafterin in Chemnitz, Julian Anke und Antje Koch, ver.di-Jugendsekretäre in Chemnitz und Zwickau bzw. im ver.di-Bezirk Region Saar-Trier. Antje war kurzentschlossen mit sieben anderen haupt- und ehrenamtlichen ver.dianer/innen quer durch die Republik gefahren. „Wir haben die Berichte in den Medien gesehen, da wollten wir auch ein Zeichen setzen“, sagt sie.

Katharina Hessel ist mit ihren 76 Jahren an dem Abend eine dreiviertel Stunde in die Stadt gelaufen, hat sich vier Stunden lang das Konzert angehört, hat es genossen, dabei mit vielen Menschen aus der ganzen Republik zu reden. „Das muss uns Mut geben“, sagt sie. Sie kritisiert, dass nicht mehr Politiker/innen kommen, um zu zeigen, dass sie durchaus vorhandene Ängste in der Stadt Ernst nehmen. Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit sind für sie kein Chemnitzer Problem, es sei mindestens ein sächsisches, wenn nicht sogar ein gesamtdeutsches. Ebenso wie Julian Anke ist sie schockiert über das, was sie hautnah in den letzten Tagen miterlebt hat.

„Der Rechtsstaat muss dieser Hetze und denen, die sie verbreiten, entschieden entgegentreten“, fordert der geschäftsführende DGB-Bundesvorstand in einer jüngst veröffentlichten Resolution. Der DGB-Vorstand kritisiert dabei auch die AfD, die verbale und tatsächliche Angriffe rechter Demonstrant/innen in der Stadt für legitim halte, und die gemeinsam mit der islamfeindlichen Pegida zu einem Trauermarsch aufgerufen hat. „Eine solche Partei stellt sich nicht zuletzt damit weit jenseits des demokratischen Spektrums. Bei den Landtagswahlen in Bayern und Hessen rufen wir auf: Wählt demokratisch, wählt keine Rechtspopulisten!“, heißt es in der Resolution. „Wir dürfen den Feinden der Demokratie keinen Raum lassen. Courage ist gefordert – nicht wegducken.“ Heike Langenberg

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