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Ein Mindestlohn für eine menschenwürdige Existenz!

Nachrichten aus Bangladesch

Ein Mindestlohn für eine menschenwürdige Existenz!

exChains-Nachrichten (15/2018)

 
„Wenn der Mindestlohn einer Reinigungskraft im Regierungsdienst 15.250 Taka (157€) beträgt und derjenige einer Arbeiterin in einer Bekleidungsfabrik 5.300 tk, dann kann es keinen Zweifel geben, dass der Lohn der Arbeiterin nicht ausreicht, um ihr auch nur einen minimalen Lebensstandard zu sichern.“ Wenn das schon der arbeitgebernahe Infodienst textiletoday.com.bd so sieht, wie soll dann erst die Bewertung der Beschäftigten selbst ausfallen?

Der aktuell geltende Mindestlohn wurde 2013 festgelegt. Seitdem sind die Preise für basale Güter stark gestiegen. Im Januar wurde nun die neue Kommission zur Revision des Mindestlohnes eingesetzt. Sie sollte innerhalb von 6 Monaten einen neuen Betrag aushandeln. Da sie sich allerdings bisher erst ein einziges Mal getroffen hat, ist mit einem pünktlichen Ergebnis nicht zu rechnen.

Am 5. Juli hat die NGWF gemeinsam mit anderen Gewerkschaften ihre Forderung nach der Anhebung des Mindestlohns auf 16.000 taka bekräftigt und die Kommission dazu aufgefordert, endlich in die Pötte zu kommen und ihren Job zu machen.

Auch hier wieder kommt den Käufern eine maßgebliche Rolle zu: Würden H&M, Zara und Co. endlich den Druck auf die Preise verringern, wäre der Spielraum für menschenwürdige Löhne erheblich größer!