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Eigentümer muss Klarheit schaffen!

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Eigentümer muss Klarheit schaffen!

Information für die Beschäftigten von GALERIA Kaufhof (Juli 2018)


Fusion mit Karstadt?

Am 29. Juni wollte die ver.di-Tarifkommission in Köln eigentlich den Stand der Verhandlungen über die Eckpunkte einer Vereinbarung zur Sanierungs- und Beschäftigungssicherung bewerten und sich zu den letzten offenen Punkten positionieren. Schließlich dominierten jedoch die aktuellen Nachrichten die Diskussion: Berichte zu Gesprächen zwischen der Kaufhof-Mutter HBC und dem Karstadt-Eigner Signa über eine Kaufhof-Übernahme oder eine Fusion der beiden Warenhaus-Unternehmen veränderten den Ablauf. Denn eine wie auch immer geartete Zusammenführung von Kaufhof und Karstadt würde die Geschäftsgrundlage einer Sanierungsvereinbarung wahrscheinlich grundlegend verändern. Das Kaufhof-Management sah sich nicht in der Lage, der ver.di-Tarifkommission Auskunft über den Stand und den Inhalt der Verhandlungen zwischen der kanadischen Kaufhof-Muttergesellschaft HBC und der österreichischen Signa-Gruppe Auskunft zu geben.

Termin für Eckpunktepapier konnte nicht gehalten werden

Vor diesem Hintergrund konnte das Ziel, bis Ende Juni Einigkeit über die Eckpunkte eines gemeinsamen Sanierungskonzepts herzustellen, nicht erreicht werden. Das ist bedauerlich, weil die Tarifkommission den Stand der bisherigen Verhandlungen durchaus positiv bewertete. Am 13. April hatte die Tarifkommission sich auf eigene Vorschläge verständigt, die zur erforderlichen Trendwende von Galeria Kaufhof bei Umsatz und Ergebnis beitragen können. Das von der Unternehmensleitung vorgelegte Sanierungskonzept, das die Beschäftigten stark belasten würde und darüber hinaus in seinem Erfolg unsicher wäre, sollte durch eine garantierte Mitwirkung der Arbeitnehmer deutlich verändert werden. Insbesondere wurde besprochen, durch die Verlagerung von Entscheidungen in die Filialen und die Aufhebung der Trennung von stationärem und Online-Handel die Chance auf eine deutliche Verbesserung von Umsatz und Ergebnis zu erhöhen.

In den bisherigen Gesprächen über das Eckpunkte- Papier ist ein Stand erreicht worden, der

  • einen Beitrag der Beschäftigten stark einschränkt, zeitlich begrenzt und bei guter Entwicklung rückzahlbar macht,
  • die Arbeitnehmervertreter an der gemeinsamen Gestaltung von Turn2Win beteiligt,
  • willkürlichen Personalabbau zur Kostensenkung ausschließt,
  • betriebsbedingte Kündigungen ausschließt.

Bisherige Ergebnisse sind positiv einzuschätzen

Prinzipielles Einvernehmen gibt es auch darüber, dass die Kapitalseite ein eindeutiges Engagement bei der Sanierung zeigen muss, indem die erforderlichen Investitionen verbindlich zugesagt werden. Hier fehlt jedoch noch eine Konkretisierung – ebenso wie bei der Festlegung des maximal möglichen Sanierungsbeitrags der Beschäftigten.

Grundsätzlich hat das Unternehmen aber wesentliche ver.di-Positionen akzeptiert:

  • Höchstens zeitlich begrenzte Sanierungsunterstützung, kein Dauerbeitrag
  • Zeitliche Begrenzung durch Gestaltung von Turn2Win glaubwürdig abgesichert
  • Nur bei grundsätzlichem Verbleib im Tarif
  • Rückzahlbarkeit
  • Keine Überforderung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

Endgültige Formulierungen fehlen auch noch bei den Regelungen zu Beschäftigungs- und Standortsicherung – aber auch hier gibt es eine grundsätzliche Einigkeit.

Noch keine abschließende Einigung gibt es zu den ver.di-Forderungen, das Abkommen gegen erhebliche Veränderungen der »Geschäftsgrundlagen« abzusichern, die sich durch Verkauf, Ausgliederungen, übermäßige Fremdvergabe von Verkaufsfläche etc. ergeben könnten. Wie notwendig dies wäre, zeigt überdeutlich die gegenwärtige Situation. Die Tarifkommission beschloss deshalb: »Die heutige Verhandlung konnte nicht erfolgreich abgeschlossen werden. Wir wollen aber am eingeschlagenen Verhandlungsweg festhalten und die Verhandlungen über ein gemeinsames Eckpunktepapier fortsetzen, sobald der Kaufhof-Eigentümer die notwendige Klarheit über die Zukunft des Unternehmens hergestellt hat.«

Gemeinsam stärker, ver.di-Mitglied werden!