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Für existenzsichernde Einkommen und Sicherheit der Arbeitsplätze

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Für existenzsichernde Einkommen und Sicherheit der Arbeitsplätze

Tarifverträge bei real verteidigen!
Warnstreiks im öffentlichen Dienst am 07.10.2020 in Reutlingen Pascal Klein Für existenzsichernde Einkommen und Sicherheit der Arbeitsplätze


Beim Verkauf möglichst vieler real-Märkte, den Neueigentümer SCP durchziehen will, gibt es weiter jede Menge Unwägbarkeiten. Noch kurz vor Jahreswechsel hat das Kartellamt immerhin für etwas mehr Klarheit gesorgt: Es genehmigte die Übernahme von 92 Märkten durch Kaufland, an Globus gehen 24. Über die 72 von Edeka beantragten Standorte wird bis zum 22. Februar entschieden.

Alle Käufer von Märkten sollen ver.di-Tarifverträge akzeptieren

Während Kaufland gegenüber ver.di zugesichert hat, dass die real-Beschäftigten ohne Unterbrechung übernommen und nach den ver.di-Flächentarifverträgen des Einzelhandels bezahlt werden, sieht die Situation bei den übrigen Erwerbern anders aus. Globus ist nicht tarifgebunden, für die aktuell dort Arbeitenden wird die Entlohnung nach einem betriebsinternen System (GLENS) vorgenommen – im Vergleich zum tarifgebundenen Unternehmen Kaufland bedeutet das z.B. für eine Kassiererin in NRW knapp 700 Euro weniger. Und bei Edeka kommt es darauf an, ob der real-Markt zu einem selbstständigen Kaufmann kommt – denn dort gibt es in der Regel keine Tarifbindung und keinen Schutz durch Betriebsräte.

Die ver.di-Tarifkommission für real, die am 22. Januar getagt hat, erwartet von allen zukünftigen Erwerbern die verbindliche Anwendung der ver.di-Flächentarifverträge für den Einzelhandel.

Für viele real-Beschäftigte zieht sich die Ungewissheit über ihre berufliche Zukunft quälend lange hin. Das gilt besonders für die Belegschaften der Filialen, deren Weiterverkauf noch völlig in den Sternen steht. Ein Kern von rund 50 Märkten soll für die vorübergehende Fortführung unter altem Namen vorgesehen sein, heißt es. Was mit den übrigen geschieht, ist offen. Verunsicherung herrscht auch in der Düsseldorfer Zentrale, wo der Arbeitgeber die Ausdünnung des Personals anpeilt. Die Beschäftigten lässt man weitgehend im Unklaren, behandelt sie wie Figuren eines Brettspiels. Dazu passt die Nachricht, dass real seine Mitgliedschaft im Arbeitgeberverband HDE fortsetzt – wie seit einigen Jahren aber ohne Tarifbindung. Unter dem Beifall des Verbandes begründete real-Chef Bojan Luncer das so: Man wolle weiterhin eine »gestaltende Rolle in der Branche« einnehmen.

Wer als Arbeitgeber Tarifflucht und massives Lohndumping auf diese Weise anpreist, hat mit den sozialen Belangen seiner Angestellten offenkundig wenig bis nichts am Hut. Ein weiteres Beispiel: In vielen Märkten werden Corona-Schutzvorschriften durch Kunden missachtet, doch der Arbeitgeber schreitet nicht ein und lässt die Kolleginnen und Kollegen allein.

Auch dagegen hilft nur Gegenwehr. Im Rahmen der im Frühjahr beginnenden Tarifrunde wird es sicher viele Möglichkeiten geben, sich entschieden und kämpferisch für eine gerechtere Entlohnung ohne Dumping und für eine menschenwürdige Behandlung zu engagieren.

Wir kämpfen gemeinsam um die Arbeitsplätze und um eine sichere Zukunft!

  • Für nachhaltige Beschäftigungssicherung
  • Für den Schutz durch ver.di-Tarifverträge
  • Für Sicherheit durch Betriebsräte
  • Gegen Ausgliederungen an selbstständige ­Kaufleute

Haltet zusammen, seid gerade jetzt solidarisch – organisiert euch!