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Vor die Tür gesetzt – ver.di Protestaktion zu XXXL Mann Mobilia …

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Vor die Tür gesetzt – ver.di Protestaktion zu XXXL Mann Mobilia am Samstag in Mannheim

XXXL-Mann Mobilia

Am kommenden Samstag ruft ver.di ab 11 Uhr in Mannheim auf dem Paradeplatz zu einer Protestaktion gegen die fristlose Freistellung von fast 100 Beschäftigten bei XXXL Mann Mobilia auf. Unter dem Motto „vor die Tür gesetzt“ werden die Betroffenen sowie Unterstützer der Freigestellten auf Stühlen sitzend gegen das Verhalten der Firma demonstrieren. Die ver.di Landesbezirksleiterin Leni Breymaier nimmt an der Aktion teil.

Breymaier: „Unter dem großen Druck der Öffentlichkeit rudert XXXL Mann inzwischen verbal zurück. Davon können sich die von Kündigung bedrohten Beschäftigten aber nichts kaufen. Es gibt nur einen Weg, die Dinge wieder ganz in Ordnung zu bringen: Rücknahme der Freistellungen und Erhalt der Arbeitsplätze am Standort Mannheim.“

Demonstriert wird am Samstag auf Stühlen, um mit einem Verweis auf die Eigenwerbung von XXXL - „die mit dem roten Stuhl“ - zu symbolisieren, dass Beschäftigte über Nacht buchstäblich vor die Tür des Unternehmens gesetzt worden sind. Die Aktion eignet sich gut für die Bildberichterstattung.

Hintergrund:
Am ersten Februar wurden 99 Beschäftigte bei XXXL Mann Mobilia mit sofortiger Wirkung und ohne Begründung auf die Straße gesetzt, indem ihnen die Freistellung von ihrer Arbeit erklärt wurde – manchen nach Jahrzehnte langer Beschäftigung bei Mann Mobilia. ver.di und Betriebsrat kritisierten das Vorgehen des Unternehmens als „skandalös und rechtswidrig“. Ein Antrag des Betriebsrates auf Erlass einstweiliger Verfügungen scheiterte vor dem Arbeitsgericht Mannheim, die Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Baden-Württemberg steht noch aus. Mittlerweile wurden 32 der Betroffenen in einer anderen Gesellschaft von XXXL in Mannheim – eine „soziale Auswahl“ gab es hier nicht – eingestellt; den betroffenen Betriebsratsmitgliedern wurde bislang kein Angebot auf Weiterbeschäftigung angeboten.

ver.di setzt sich zusammen mit dem Betriebsrat dafür ein, dass die Arbeitsplätze der restlichen Freigestellten und der Schutz der Belegschaft durch den Betriebsrat erhalten bleiben. Zurzeit werden Gespräche zur Aufnahme von Verhandlungen zu einem Interessenausgleich und Sozialplan zwischen Betriebsrat und Unternehmen geführt.