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Gute und gesunde Arbeit braucht klare Regeln!

Einzelhandel

Gute und gesunde Arbeit braucht klare Regeln!

Tarifverhandlung im Einzelhandel zu Demografie-Tarifverträgen
Tarifinfo Demografie Nr. 8 ver.di Tarifinfo Demografie Nr. 8  – Gute und gesunde Arbeit braucht klare Regeln!

 
Arbeitgeber legten Tarifvertragsentwurf zur Gestaltung des Demografischen Wandels vor.

Bereits am 11. April 2016 hatte die ver.di Tarifkommission den Arbeitgebern unseren Entwurf für einen Tarifvertrag zum Arbeits- und Gesundheitsschutz im Einzelhandel vorgelegt.

In den heutigen Verhandlungen stellten die Arbeitgeber nun ihrerseits einen Tarifvertragsentwurf zur Bewältigung des demografischen Wandels im Einzelhandel vor.

Der Tarifvertragsentwurf blieb an vielen Stellen deutlich hinter unseren Erwartungen zurück.

So hatte die ver.di Tarifkommission gefordert, dass

  • die für den Einzel- und Versandhandel relevanten Branchenregeln/DGUV-Regeln der Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (BGHW) in ihren jeweiligen Fassungen verbindlich angewendet und umgesetzt werden.
  • Gefährdungsbeurteilungen in regelmäßigen, verbindlichen Turnus überprüft werden.
  • betriebliche Kommissionen (paritätisch besetzt) eingerichtet werden. Diese beschäftigen sich vorrangig mit dem Arbeits- und Gesundheitsschutz im Betrieb. Hierzu haben die Arbeitgeber die Vorstellung, dass der Arbeitsschutzausschuss (ASA) ausreichend ist, obwohl dieser keine Entscheidungsrechte hat.

Zu unseren Forderungen sieht der Arbeitgeberentwurf nur unverbindliche Regelungen vor.

Eine klare Absage erteilten sie unserer Forderung nach einer Mindestbesetzung.

Offen blieben die Themen:

  • Schutz vor Gewalt am Arbeitsplatz.
  • Qualifizierung zum Arbeits- und Gesundheitsschutz ab der Ausbildung für alle Beschäftigten und Führungskräfte.
  • Einführen von Gesundheitsbeauftragten sowie Gesundheitsfördernde Angebote.

Beiderseitiges Ziel bleibt bis zum Ende des Jahres einen Tarifvertrag abzuschließen.

Für den 25. November 2016 wurde ein Sondierungsgespräch und für den 12. Dezember 2016 ein Verhandlungstermin vereinbart.

Es bleibt dabei:
Für uns heißt gute und gesunde Arbeit im Einzelhandel, vor allem humane, menschengerechte Arbeitsplatzgestaltung und gesunde Arbeitsbedingungen!


Unsere Ziele für mehr gute und gesunde Arbeit im Handel sind:

  • Gestaltung von Arbeitsplätzen und Umgebungsbedingungen
    Das bedeutet z.B. eine Festlegung von Kriterien zur Gestaltung von Sitz- und Steharbeitsplätzen, ergonomischen Kassenarbeitsplätze und Verkaufstheken oder eine Festlegung von Lärmobergrenzen für Verkaufs- und Kassenbereiche.

  • Gestaltung des Arbeitsschutzmanagements und der Gefährdungsbeurteilung
    Das bedeutet u.a. die Verpflichtung für jedes Unternehmen ein Arbeitsschutz- und Gesundheitsmanagement (mit bestimmten Qualitätskriterien) einzuführen und dies konsequent gemeinsam mit Gesundheitsbeauftragten und geschulten Beschäftigten (Multiplikatoren) umzusetzen.

  • Gesundheitsförderliche Arbeitsorganisation
    Das bedeutet u.a. eine verpflichtende Arbeitsplatzbeschreibung mit Bewertung von Belastungen, sowie Einarbeitungs- und Qualifizierungserfordernisse und die Anpassung der Arbeitsanforderungen an das Lebensalter und Mindestbesetzungen.

  • Qualifizierung zum Arbeits- und Gesundheitsschutz ab der Ausbildung für alle Beschäftigten und Führungskräfte

  • Finanzielle Förderung von gesundheitsförderlichen Angeboten

Beschäftigte, die im Einzelhandel hervorragende Arbeit leisten haben gute und gesunde Arbeit von der Ausbildung bis zu Rente verdient.