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Eigentlich ja gerne - vielleicht aber doch nicht!

Einzelhandel

Eigentlich ja gerne - vielleicht aber doch nicht!

Tarifverhandlung im Einzelhandel zu Demografie-Tarifverträgen
Tarifinfo Demografie Nr. 4 ver.di Tarifinfo Demografie Nr. 4  – Eigentlich ja gerne - vielleicht aber doch nicht!

Einerseits sehen die Arbeitgeber, dass sie aufgrund des demografischen Wandels vor neuen Aufgaben und Herausforderungen in den Unternehmen im Einzelhandel stehen und betonen dabei immer wieder die Wichtigkeit des Themas. Andererseits tun sie sich schwer, verbindliche Regelungen wie z.B. Mindeststandards zur Gefährdungsbeurteilung zu tarifieren.

Dabei müssen wir feststellen, dass in nur 50 % der Betriebe in NRW überhaupt Gefährdungsbeurteilungen durchgeführt werden. In nur jedem vierten Betrieb werden die Arbeitsbedingungen auf die Anforderungen der physischen und der psychischen Belastungen hin untersucht.

Aber gerade psychische Belastungen wie ungesunde Arbeitsbedingungen, Stress und Konflikte kosten die Gesundheit der Beschäftigten und sind vielfach die Ursache dafür, dass Menschen krank werden.

Gemäß Arbeitsschutzgesetz sind Arbeitgeber verpflichtet, die Arbeit regelmäßig auf mögliche Gesundheitsgefahren hin zu überprüfen und diese zu beseitigen. Dazu müssen die Arbeitsaufgabe, der Arbeitsablauf, die Arbeitsorganisation, die Arbeitsmittel, der Arbeitsplatz, die Arbeitsumgebung und die sozialen Beziehungen im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung überprüft werden.

Die Arbeitsbedingungen müssen so gestaltet sein, dass alle Beschäftigten, die arbeiten gesund bleiben. Die Gesundheit der Beschäftigten im Handel, die Attraktivität der Branche und der fortschreitende demografische Wandel, muss es allen wert sein tarifvertragliche Mindeststandards zu guter und gesunder Arbeit zu vereinbaren.

Der nächste Verhandlungstermin findet am 11. April 2016 statt.

Unsere Ziele für mehr gute und gesunde Arbeit im Handel sind:

  • Gestaltung von Arbeitsplätzen und Umgebungsbedingungen Das bedeutet z.B. eine Festlegung von Kriterien zur Gestaltung von Sitz- und Steharbeits- plätzen, ergonomischen Kassenarbeitsplätze und Verkaufstheken oder eine Festlegung von Lärmobergrenzen für Verkaufs- und Kassenbereiche.

  • Gestaltung des Arbeitsschutzmanagements und der Gefährdungsbeurteilung
    Das bedeutet u.a. die Verpflichtung für jedes Unternehmen ein Arbeitsschutz- und Gesundheitsmanagement (mit bestimmten Qualitätskriterien) einzuführen und dies konsequent gemeinsam mit Gesundheitsbeauftragten und geschulten Beschäftigten (Multiplikatoren) umzusetzen.

  • Gesundheitsförderliche Arbeitsorganisation
    Das bedeutet u.a. eine verpflichtende Arbeitsplatzbeschreibung mit Bewertung von Belastungen, sowie Einarbeitungs- und Qualifizierungserfordernisse und die Anpassung der Arbeitsanforderungen an das Lebensalter und Mindestbesetzungen.

  • Qualifizierung zum Arbeits- und Gesundheitsschutz ab der Ausbildung für alle Beschäftigten und Führungskräfte

  • Finanzielle Förderung von gesundheitsförderlichen Angeboten

Beschäftigte, die im Einzelhandel hervorragende Arbeit leisten haben gute und gesunde Arbeit von der Ausbildung bis zu Rente verdient.