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Erstes Angebot der Arbeitgeber: 22 Cent, brutto!

Tarifrunde im baden-württembergischen Einzelhandel 2015

Erstes Angebot der Arbeitgeber: 22 Cent, brutto!

WIR im Einzelhandel und Versandhandel BaWü (Tarifinfo 03/2015)
WIR im Einzelhandel und Versandhandel BaWü (Tarifinfo 03/2015) ver.di WIR im Einzelhandel und Versandhandel BaWü (Tarifinfo 03/2015)  – Erstes Angebot der Arbeitgeber: 22 Cent, brutto!

Immerhin spielen die Arbeitgeber nicht auf Zeit. Bereits bei der 1. Verhandlung am 28. April in Ludwigsburg legten sie ein erstes Angebot auf den Tisch: Der Tarifvertrag soll 21 Monate (bis 31.12.2016) laufen. Ab 1. Mai – also nach einem Nullmonat – bieten sie eine Erhöhung der Gehälter, Löhne und Ausbildungsvergütung um sage und schreibe 1,5% an.

Für 2016 soll es lediglich eine Einmalzahlung von 215 € (zahlbar in zwei Raten) geben. Diesen Betrag wollen sie auch ab 2017 als „Zukunftsleistung“ zur Verfügung stellen – für Zwecke, auf die sich die Tarifparteien noch einigen sollen; etwa zur Finanzierung von Regelungen im Zusammenhang mit einer neuen Entgeltstruktur oder von Demografie-Tarifverträgen.

Die ver.di-Verhandlungskommission hat dieses Angebot als völlig unzureichend und ungeeignet zurückgewiesen. 1,5 % sind kein Stück vom Kuchen, sondern bloß ein Krümel. Für die allermeisten Beschäftigten (Gehaltsstufe II, 6. Berufsjahr) würde das eine Tariferhöhung um ganze 22 Cent pro Stunde bedeuten – für viele noch weniger. Von einer Anerkennung der Leistung der Beschäftigten kann da keine Rede sein.

Auch auf die anderen ver.di-Forderungen gehen die Händler nicht ein: Kein Angebot, das geeignet wäre, die immer noch vorhandenen Niedriglöhne in der Branche anzuheben und so ein Auskommen mit dem Einkommen nicht nur jetzt, sondern auch im Alter zu sichern. Keine Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge, um den Unterbietungswettbewerb im Handel zu begrenzen. So sehr es zu begrüßen ist, dass die Arbeitgeber so schnell ein Angebot vorgelegt haben – die Positionen liegen noch meilenweit auseinander!

Betriebsrätekonferenz zum Auftakt der Tarifrunden im Handel am 25.03.2015 Helmut Roos Unsere Forderung: 1 Euro mehr!  –

Was nötig ist
Die Beschäftigten im Einzelhandel leisten jeden Tag wertvolle Arbeit. Sie verdienen Respekt und Anerkennung, auch durch Löhne und Gehälter, von denen die Menschen ihr Leben bestreiten können und die sie vor Altersarmut in der. Derzeit reichen die Gehälter nicht aus, um im Alter über die Grenzen der gesetzlichen Grundsicherung hinaus zu kommen. Deshalb fordern wir:

  • Erhöhung der Gehälter, Löhne und Ausbildungsvergütungen um 1 € / Stunde
  • Tarifliches Mindesteinkommen: 1850 €

Die Laufzeit des Tarifvertrages soll 12 Monate betragen.

Dumpinglöhne bekämpfen und Tarifflucht verhindern!
Der Einzelhandel ist in den letzten Jahren immer mehr zur Niedriglohnbranche geworden – Dumpinglöhne, die nicht zum Leben reichen, breiten sich aus. Wir wollen dafür kämpfen, dass die Einzelhandelstarifverträge künftig wieder allgemeinverbindlich für die ganze Branche erklärt werden. Zur Vermeidung von Tarifflucht soll der Geltungsbereich unserer Tarifverträge überarbeitet werden.

Jetzt brauchen wir Bewegung in den Betrieben!
Wie so oft in den letzten Jahren: Ohne Druck der Kolleginnen und Kollegen gibt es am Verhandlungstisch keine Bewegung.

Wir wollen keinen Krümel, wir wollen unser Stück vom Kuchen!