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Lohnklau bei Bravo Tekstil: Zara, tu was!

Nachrichten aus der Türkei

Lohnklau bei Bravo Tekstil: Zara, tu was!

exChains-Nachrichten (13/2017)

 
Ehemalige Beschäftigte von Bravo Tekstil in Istanbul warten seit über einem Jahr auf ausstehende Löhne und Abfindungen. Im Juli 2016 war die Fabrik plötzlich geschlossen worden, der Besitzer ist abgetaucht. Ihre Ansprüche haben 140 Beschäftigte gerichtlich durchgesetzt; sie stehen ihnen also offiziell zu.

Aber wer soll nun zahlen? Warum eigentlich nicht die Auftraggeber, die mit den Produkten, die die Betroffenen hergestellt haben, Profit gemacht haben: Mango, Next, sowie mit 75% des gesamten Produktionsvolumens: Zara.

Die Abnehmer stellen allerdings bislang auf stur: Ein paar Almosen? Vielleicht. Volle Entschädigung? Nö, wieso wir? Damit sie damit nicht durchkommen, haben die Beschäftigten mit ihrer Gewerkschaft und Unterstützern im September eine Petition an Inditex (Zara) gestartet. Die lief zunächst etwas schleppend. Aber jetzt wurde dem Anliegen der Bravo-Beschäftigten doch noch größere Aufmerksamkeit zuteil. Konsument_innen fanden in Istanbul nämlich Zettel an Zara-Kleidungsstücken mit Aussagen wie: „Ich habe diesen Artikel hergestellt, wurde aber nicht dafür bezahlt“ und „Wir wollen keine Almosen, sondern unser Recht!“

Die Petition hat seitdem rasant an Fahrt aufgenommen, fast 200.000 haben schon unterschrieben und Zara/Inditex aufgefordert, seiner Verantwortung als Abnehmer gerecht zu werden.
Die Petition an Zara gibt es hier (auf Englisch): www.change.org/p/justiceforbravoworkers