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Karstadt unter die Räuber gefallen

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Karstadt unter die Räuber gefallen

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Die Belegschaft des Stuttgarter Karstadt-Kaufhauses, das Mitte des Jahres geschlossen werden soll, hat heute – nach Freitag letzter Woche bereits zum zweiten Mal – ihren Unmut über ihre „unwürdige Behandlung“ durch die Unternehmensleitung auf die Straße getragen. Die Beschäftigten sind empört, weil die Unternehmensleitung immer noch Verhandlungen mit dem örtlichen Betriebsrat über einen Interessenausgleich und Sozialplan verweigert. Deshalb wurde eine Betriebsversammlung bereits zum zweiten Mal unterbrochen, um „angesichts dieser respektlosen und unverantwortlichen Haltung des Unternehmens“ – so ver.di Fachbereichsleiter Bernhard Franke – „auf der Königstraße erst mal frische Luft zu schnappen“.

Auf der Betriebsversammlung hatte zuvor die ver.di Landesbezirksleiterin Leni Breymeier den Karstadt-Beschäftigten die volle Unterstützung der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft zugesichert. Breymeier bezeichnete es als „unerträglich, wie Karstadt mit den Menschen umgeht, die durch ihre zum Teil jahrzehntelange Arbeit das Unternehmen aufgebaut haben.“ Die Schließung des Stuttgarter Karstadt-Hauses habe gar nichts mit einer Sanierung des Unternehmens zu tun – mit dieser Entscheidung würden die Mitarbeiter einzig und allein deshalb auf die Straße gesetzt, weil sich der neue Eigner von einer anderen Verwertung der Immobilie einen höheren Profit verspreche.

Bei der kurzen Protestkundgebung vor der Filiale beklagte auch Betriebsseelsorger Guido Lorenz, dass „Karstadt unter die Räuber gefallen“ sei und verlangte einen „würdigen und verantwortungsvollen Umgang mit den Menschen“, deren Arbeitsplätze den Profitinteressen Rene Benkos geopfert werden.