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3. Verhandlungsrunde: Arbeitgeber knausern weiter

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3. Verhandlungsrunde: Arbeitgeber knausern weiter

WIR im Einzelhandel und Versandhandel BaWü (Tarifinfo 05/2017)
WIR im Einzelhandel und Versandhandel BaWü (Tarifinfo 05/2017) ver.di WIR im Einzelhandel und Versandhandel BaWü (Tarifinfo 05/2017)  – 3. Verhandlungsrunde: Arbeitgeber knausern weiter

 
Vor der dritten Verhandlungsrunde am 31. Mai 2017 rollte die erste Streikwelle durchs Land. Rund um den „Brückentag“ nach Himmelfahrt nutzten Belegschaften aus dem Einzelhandel die umsatzstarken Tage, um mit Streiks und Aktionen ihrem Ärger über das miese Arbeitgeberangebot Luft zu machen. Im ganzen Land fanden ganztägige Warnstreiks mit insgesamt rund 1.300 Streikenden statt. Auch vor dem Verhandlungslokal in Korntal-Münchingen demonstrierten 300 Streikende aus Stuttgart, Reutlingen und Pforzheim.

Wenig Bewegung gab es dagegen am Verhandlungstisch: Die Händler lehnten die geforderte Allgemeinverbindlichkeit unserer Tarifverträge weiterhin entschieden ab und verbesserten ihr erstes Angebot nur geringfügig. Nebenden bereits angebotenen Tariferhöhungen um 1,5 % ab 1. Juni 2017 (nach zwei Nullmonaten) und um 1,0 % ab 1. April 2018 boten sie eine „verstetigte Einmalzahlung“ von 150 € pro Jahr für Vollzeitbeschäftigte (Teilzeitbeschäftigte anteilig).

Die ver.di-Verhandlungskommission hat auch dieses Angebot in Form und Inhalt zurückgewiesen. Es liegt immer noch deutlich unter den absehbaren Teuerungsraten für 2017 und 2018 und bedeutet deshalb reale Lohnsenkungen für alle Beschäftigten! Wir brauchen dauerhaft abgesicherte, tabellenwirksame Tariferhöhungen und reale Einkommenssteigerungen!

Lohnsenkung für alle? Nicht mit uns!


Unsere Forderungen:

  • 6 % mehr für alle!
  • 100 € mehr für Azubis!
  • 1900 € Mindesteinkommen!
  • Allgemeinverbindliche Tarifverträge!

Wir brauchen kräftige Entgelterhöhungen
für uns und unsere Familien – als Ausgleich für steigende Lebenshaltungskosten. Wir brauchen mehr Geld für unsere gute Arbeit – als gerechten Anteil an der hervorragenden Entwicklung der Umsätze und Gewinne der Unternehmen.

Gegen Armutslöhne und Altersarmut!
Wir brauchen deutlich verbesserte Einkommen: Die Mehrzahl der Beschäftigten im Einzelhandel ist akut von Altersarmut bedroht. Bei 70% der Beschäftigten reichen die Gehälter nicht aus, um im Alter über die gesetzliche Grundsicherung hinaus zu kommen. Die Gesellschaft subventioniert Dumpinglöhne im Einzelhandel nicht nur heute mit aufstockenden Leistungen bei NiedriglöhnerInnen, sondern muss auch im Alter zuzahlen, weil die Gehälter keine Alterssicherung bieten.

Verdrängungswettbewerb begrenzen!
Die Forderung nach der Allgemeinverbindlichkeit unserer Tarifverträge, also dass sie wieder für alle Arbeitgeber gelten sollen, lehnten die Arbeitgeber kategorisch ab. Damit heizen sie den Vernichtungswettbewerb im Einzelhandel weiter an und tragen ihn auf dem Rücken der Beschäftigten und ihrer Familien aus.

Ohne Bewegung bewegt sich nichts!
Ohne Bewegung in den Betrieben wird sich nichts am Angebot verändern. Aktionen und Warnstreiks sind offenbar die einzigen Mittel, die Wirkung zeigen. Deshalb engagieren Sie sich in den nächsten Tagen und Wochen, wenn zu Aktionen und Warnstreiks in Ihrem Betrieb aufgerufen wird. Sich organisieren ist der erste Schritt.

Organisieren Sie sich und Ihre Kolleginnen und Kollegen!