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4. Verhandlungsrunde: Keine Bewegung am Verhandlungstisch

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4. Verhandlungsrunde: Keine Bewegung am Verhandlungstisch

WIR im Einzelhandel und Versandhandel BaWü (Tarifinfo 06/2017)
WIR im Einzelhandel und Versandhandel BaWü (Tarifinfo 06/2017) ver.di WIR im Einzelhandel und Versandhandel BaWü (Tarifinfo 06/2017)  – 4. Verhandlungsrunde: Keine Bewegung am Verhandlungstisch

 
Auch nach der vierten Verhandlungsrunde am 30. Juni 2017 ist keine Lösung des Tarifkonflikts im Einzelhandel in Sicht. Die Arbeitgeber legten kein besseres Angebot vor, sondern versuchten wortreich, aber vergeblich für ihren Plan zu werben, die bisher angebotenen Tariferhöhungen um 1,5 % ab 1. Juni 2017 (nach zwei Nullmonaten) und um 1,0 % ab 1. April 2018 mit einer Einmalzahlung von 150 € pro Jahr für Vollzeitbeschäftigte (Teilzeitbeschäftigte anteilig) „aufzubessern“.

Die ver.di-Verhandlungskommission hat dieses Angebot erneut zurückgewiesen. Es liegt immer noch deutlich unter den absehbaren Teuerungsraten für 2017 und 2018 und bedeutet deshalb reale Lohnsenkungen für alle Beschäftigten! Wir brauchen dauerhaft abgesicherte, tabellenwirksame Tariferhöhungen und reale Einkommenssteigerungen!

Lohnsenkung für alle? Nicht mit uns!

Im ganzen Land wird in mehr als 100 Betrieben gestreikt – immer wieder, ausdauernd, bunt und fantasievoll! Die Kolleginnen und Kollegen sind stinksauer auf die Arbeitgeber, die trotz sprudelnder Gewinne ihre Beschäftigten wieder einmal mit Kleingeld abspeisen wollen. Vor dem nächsten Verhandlungstermin am 10. Juli gilt:

Jetzt noch mehr Druck aus den Betrieben!


Unsere Forderungen:

  • 6 % mehr für alle!
  • 100 € mehr für Azubis!
  • 1900 € Mindesteinkommen!
  • Allgemeinverbindliche Tarifverträge!

Wir brauchen kräftige Entgelterhöhungen
für uns und unsere Familien – als Ausgleich für steigende Lebenshaltungskosten. Wir brauchen mehr Geld für unsere gute Arbeit – als gerechten Anteil an der hervorragenden Entwicklung der Umsätze und Gewinne der Unternehmen.

Gegen Armutslöhne und Altersarmut!
Wir brauchen deutlich verbesserte Einkommen: Die Mehrzahl der Beschäftigten im Einzelhandel ist akut von Altersarmut bedroht. Bei 70% der Beschäftigten reichen die Gehälter nicht aus, um im Alter über die gesetzliche Grundsicherung hinaus zu kommen. Die Gesellschaft subventioniert Dumpinglöhne im Einzelhandel nicht nur heute mit aufstockenden Leistungen bei NiedriglöhnerInnen, sondern muss auch im Alter zuzahlen, weil die Gehälter keine Alterssicherung bieten.

Verdrängungswettbewerb begrenzen!
Die Forderung nach der Allgemeinverbindlichkeit unserer Tarifverträge, also dass sie wieder für alle Arbeitgeber gelten sollen, lehnten die Arbeitgeber kategorisch ab. Damit heizen sie den Vernichtungswettbewerb im Einzelhandel weiter an und tragen ihn auf dem Rücken der Beschäftigten und ihrer Familien aus.

Ohne Bewegung bewegt sich nichts!
Ohne Bewegung in den Betrieben wird sich nichts am Angebot verändern. Aktionen und Warnstreiks sind offenbar die einzigen Mittel, die Wirkung zeigen. Deshalb engagieren Sie sich in den nächsten Tagen und Wochen, wenn zu Aktionen und Warnstreiks in Ihrem Betrieb aufgerufen wird. Sich organisieren ist der erste Schritt.

Organisieren Sie sich und Ihre Kolleginnen und Kollegen!