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Verhandlungen ergebnislos unterbrochen

Tarifrunde Einzelhandel 2013

Verhandlungen ergebnislos unterbrochen

22.6.2013: Die Streikenden bei real Sandhofen Helmut Roos 22.6.2013: Die Streikenden bei real Sandhofen  – 22.6.2013: Die Streikenden bei real Sandhofen

Stuttgart, 24. Juni 2013 - Auch die heutige dritte Verhandlungsrunde in Böblingen brachte keine Annäherung der Tarifparteien im Einzelhandel. Die Arbeitgeberseite legte zwar ein erstes Angebot zu Entgelterhöhungen vor, beharrte aber gleichzeitig auf der Erfüllung ihrer bereits bekannten Gegenforderungen zum gekündigten Manteltarifvertrag und zur allgemeinen Entgeltstruktur. Diese Themen seien nur als „Gesamtpaket“ verhandelbar. Seitens ver.di wurde dieses Gesamtpaket als inakzeptabel zurückgewiesen. Die nächste Verhandlung wurde noch nicht fest, sondern nur vage (unter Vorbehalt der Arbeitgeberseite) für den 11. Juli terminiert.

Das Angebot der Arbeitgeber sieht folgende Entgelterhöhungen vor:

  • Ab 1. Juli 2013: 2,5 %
  • Ab 1. April 2014: 1,5 %
  • Für Azubis gleiche Erhöhungen, aber ab 1. August 2013 und 1. August 2014.
  • Laufzeit: 24 Monate ab 1.4.2013.

Die Arbeitgeber wiederholten ihre Gegenforderungen:

  • Niedrigere Eingruppierung für Kassiererinnen an Verbrauchermarktkassen
  • Einführung einer neuen, niedrigeren Entgeltgruppe für „Hilfstätigkeiten“ wie Warenverräumung und Auffülltätigkeiten
  • Streichung aller Spät-, Nacht-, Sonn- und Feiertagszuschläge für diese „Hilfstätigkeiten“
  • Streichung des Zuschlages für das Zuendebedienen nach dem Arbeitszeitende.

Die ver.di-Verhandlungskommission bewertete das Entgeltangebot als „viel zu niedrig und bei weitem nicht ausreichend“. Die Gegenforderungen wurden als nicht verhandelbar zurückgewiesen. Es sei die Absicht der Arbeitgeberseite, maßgebliche Teile der Beschäftigten abzugruppieren, um Kosten zu sparen.

ver.di-Verhandlungsführer Bernhard Franke: „Die Arbeitgeber nennen es „notwendige Modernisierung“ des Tarifvertrages. Für viele Beschäftigte, die häufig auf staatliche Zusatzleistungen angewiesen sind, bedeutet es harte Einschnitte in ihre Existenzgrundlage. Nicht mit uns!“ Den Arbeitgebern gehe es darum, ihre Mitgliedsfirmen zu entlasten, „dabei setzten diese selbst die Ursachen für zunehmenden Konkurrenzdruck, indem sie immer mehr Arbeiten für immer weniger Geld an Fremdfirmen vergeben/outsourcen. Und am Ende wird der alleinerziehenden Mutter, die in Teilzeit Regale einräumt, vorgehalten, ihr Tarifgehalt sei nicht mehr bezahlbar. Das ist ein Sittenverfall, dem wir uns vereint entgegenstellen müssen.“, so Bernhard Franke.

ver.di wird in den kommenden Tagen weiter zu Streikaktionen in den Betrieben aufrufen.

 

Ihr Ansprechpartner: Wolfgang Krüger, Tel. 0151-146 57 219