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5. Verhandlungsrunde: Zähes Ringen - aber noch kein Durchbruch!

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5. Verhandlungsrunde: Zähes Ringen - aber noch kein Durchbruch!

WIR im Einzelhandel und Versandhandel BaWü (Tarifinfo 07/2017)
WIR im Einzelhandel und Versandhandel BaWü (Tarifinfo 07/2017) ver.di WIR im Einzelhandel und Versandhandel BaWü (Tarifinfo 07/2017)  – 5. Verhandlungsrunde: Zähes Ringen - aber noch kein Durchbruch!

 
Große Erwartungen prägten die fünfte Verhandlungsrunde am 10. Juli: Die Tarifgespräche in Korntal-Münchingen dauerten lange, brachten Fortschritte, aber leider noch keine Lösung des Tarifkonflikts im Einzelhandel.

Unsere Streiks zeigen Wirkung: Die Arbeitgeber legten ein verbessertes Angebot vor und nahmen dabei die bisher angebotene Einmalzahlung vom Tisch. Das neue Angebot sieht bei einer Laufzeit von 24 Monaten Tariferhöhungen um 2,0 % in 2017 (nach zwei Nullmonaten) sowie eine weitere Erhöhung um 1,8 % ab April 2018 vor. Die dringend notwendige Allgemeinverbindlichkeit unserer Tarifverträge lehnen die Händler weiter kategorisch ab.

Die ver.di-Verhandlungskommission hat auch dieses Angebot zurückgewiesen, weil es nicht sicherstellt, dass die Beschäftigten damit tatsächlich am Jahresende real mehr Geld in der Tasche hätten als am Jahresanfang.

Bis in die Nacht wurde um Lösungsmöglichkeiten gerungen. Dabei ist es jedoch noch nicht gelungen, eine Einigung zu finden, die auch als Vorlage für alle anderen Tarifgebiete akzeptiert würde.

ver.di bemüht sich um einen zeitnahen neuen Verhandlungstermin.

Die Große Tarifkommission wird am 21. Juli in Stuttgart über die Tarifsituation und das weitere Vorgehen beraten.


Unsere Forderungen:

  • 6 % mehr für alle!
  • 100 € mehr für Azubis!
  • 1900 € Mindesteinkommen!
  • Allgemeinverbindliche Tarifverträge!

Wir brauchen kräftige Entgelterhöhungen
für uns und unsere Familien – als Ausgleich für steigende Lebenshaltungskosten. Wir brauchen mehr Geld für unsere gute Arbeit – als gerechten Anteil an der hervorragenden Entwicklung der Umsätze und Gewinne der Unternehmen.

Gegen Armutslöhne und Altersarmut!
Wir brauchen deutlich verbesserte Einkommen: Die Mehrzahl der Beschäftigten im Einzelhandel ist akut von Altersarmut bedroht. Bei 70% der Beschäftigten reichen die Gehälter nicht aus, um im Alter über die gesetzliche Grundsicherung hinaus zu kommen. Die Gesellschaft subventioniert Dumpinglöhne im Einzelhandel nicht nur heute mit aufstockenden Leistungen bei NiedriglöhnerInnen, sondern muss auch im Alter zuzahlen, weil die Gehälter keine Alterssicherung bieten.

Verdrängungswettbewerb begrenzen!
Die Forderung nach der Allgemeinverbindlichkeit unserer Tarifverträge, also dass sie wieder für alle Arbeitgeber gelten sollen, lehnten die Arbeitgeber kategorisch ab. Damit heizen sie den Vernichtungswettbewerb im Einzelhandel weiter an und tragen ihn auf dem Rücken der Beschäftigten und ihrer Familien aus.

Ohne Bewegung bewegt sich nichts!
Ohne Bewegung in den Betrieben wird sich nichts am Angebot verändern. Aktionen und Warnstreiks sind offenbar die einzigen Mittel, die Wirkung zeigen. Deshalb engagieren Sie sich in den nächsten Tagen und Wochen, wenn zu Aktionen und Warnstreiks in Ihrem Betrieb aufgerufen wird. Sich organisieren ist der erste Schritt.

Organisieren Sie sich und Ihre Kolleginnen und Kollegen!