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2. Verhandlungsrunde: Arbeitgeber bieten Reallohnsenkung für alle

WIR im Einzelhandel und Versandhandel BaWü (Tarifinfo 04/2017)
WIR im Einzelhandel und Versandhandel BaWü (Tarifinfo 04/2017) ver.di WIR im Einzelhandel und Versandhandel BaWü (Tarifinfo 04/2017)  – 2. Verhandlungsrunde: Arbeitgeber bieten Reallohnsenkung für alle

 
Bei der 2. Verhandlungsrunde über Gehälter, Löhne und Ausbildungsvergütungen für die Beschäftigten im baden-württembergischen Einzelhandel in Korntal-Münchingen legten die Händler ein erstes Angebot vor – und wurden dabei nicht einmal rot:

  • Ab 1. Juni 2017 – nach 2 Nullmonaten – Tariferhöhung um 1,5%
  • Ab1. April 2018 eine weitere Erhöhung um 1,0 %
  • Gesamtlaufzeit: 24 Monate

Die ver.di-Verhandlungskommission hat dieses Angebot zurückgewiesen. Es liegt erheblich unter den prognostizierten Teuerungsraten für 2017 und 2018 und würde deshalb reale Lohnsenkungen für alle Beschäftigten bedeuten: Eine grobe Missachtung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, ihres alltäglichen Einsatzes und ihrer Leistungen!

Lohnsenkung für alle?
Wertschätzung sieht anders aus!

Unsere Forderungen:

  • 6 % mehr für alle!
  • 100 € mehr für Azubis!
  • 1900 € Mindesteinkommen!
  • Allgemeinverbindliche Tarifverträge!

Wir brauchen kräftige Entgelterhöhungen
für uns und unsere Familien – als Ausgleich für steigende Lebenshaltungskosten. Wir brauchen mehr Geld für unsere gute Arbeit – als gerechten Anteil an der hervorragenden Entwicklung der Umsätze und Gewinne der Unternehmen.

Gegen Armutslöhne und Altersarmut!
Wir brauchen deutlich verbesserte Einkommen: Die Mehrzahl der Beschäftigten im Einzelhandel ist akut von Altersarmut bedroht. Bei 70% der Beschäftigten reichen die Gehälter nicht aus, um im Alter über die gesetzliche Grundsicherung hinaus zu kommen. Die Gesellschaft subventioniert Dumpinglöhne im Einzelhandel nicht nur heute mit aufstockenden Leistungen bei NiedriglöhnerInnen, sondern muss auch im Alter zuzahlen, weil die Gehälter keine Alterssicherung bieten.

Verdrängungswettbewerb begrenzen!
Die Forderung nach der Allgemeinverbindlichkeit unserer Tarifverträge, also dass sie wieder für alle Arbeitgeber gelten sollen, lehnten die Arbeitgeber kategorisch ab. Damit heizen sie den Vernichtungswettbewerb im Einzelhandel weiter an und tragen ihn auf dem Rücken der Beschäftigten und ihrer Familien aus.

Ohne Bewegung bewegt sich nichts!
Ohne Bewegung in den Betrieben wird sich nichts am Angebot verändern. Aktionen und Warnstreiks sind offenbar die einzigen Mittel, die Wirkung zeigen. Deshalb engagieren Sie sich in den nächsten Tagen und Wochen, wenn zu Aktionen und Warnstreiks in Ihrem Betrieb aufgerufen wird. Sich organisieren ist der erste Schritt.

Organisieren Sie sich und Ihre Kolleginnen und Kollegen!