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Teilzeitbeschäftigte sind keine Lückenbüßer

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Teilzeitbeschäftigte sind keine Lückenbüßer

Teilzeitbeschäftigte sind keine Lückenbüßer ver.di

Wenn die tatsächliche Arbeitszeit die vereinbarte Stundenzahl im Kalenderjahr um mehr als 20% überschreitet, entsteht ein Rechtsanspruch auf eine entsprechende Anpassung des Arbeitsvertrages (§ 5 MTV Einzelhandel). Achtung: Dieser Anspruch muss bis spätestens 31. März schriftlich geltend gemacht werden

Unser Tarifvertrag: Teilzeitarbeit – nicht 2. Klasse!
Mehr als die Hälfte aller Beschäftigten im Einzel- und Versandhandel sind teilzeitbeschäftigt. Ein Drittel sind sogenannte „geringfügig Beschäftigte“ (bis zu 450 € Monatseinkommen). Teilzeitarbeit ist eine feine Sache – wenn sie auf eigenen Wunsch vereinbart wird, etwa um eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf erreichen zu können. Und wenn die Konditionen stimmen! Teilzeitbeschäftigte sind nämlich keine Lückenbüßer und erst recht nicht Arbeitnehmer zweiter Klasse!

In unserem Tarifvertrag ist das klar geregelt: „Der Tarifvertrag gilt auch für stundenweise Beschäftigte.“ Teilzeitbeschäftigten „stehen sämtliche Ansprüche aus diesem Tarifvertrag nach Maßgabe des tatsächlichen Umfangs ihrer Beschäftigung zu.“

Deshalb haben Teilzeitbeschäftigte – auch Minijobber! – selbstverständlich Anspruch darauf, dass sie ihrer Tätigkeit entsprechend tariflich eingruppiert und bezahlt werden. Sie haben Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, auf 6 Wochen bezahlten Urlaub und auf die anteiligen tariflichen Sonderzahlungen Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld.

Der Umfang ihrer Arbeitszeit ist im Arbeitsvertrag, die Lage ihrer Arbeitszeit in einer Betriebsvereinbarung festzulegen. Die tägliche Arbeitszeit soll in der Regel zusammenhängen und 4 Stunden nicht unterschreiten. Die wöchentliche Arbeitszeit soll auf höchstens 5 Tage verteilt werden. Bei der Besetzung freier Vollzeitstellen oder Stellen mit höherer Stundenzahl sind bereits im Betrieb beschäftigte Teilzeit-Arbeitnehmer mit Vorrang zu berücksichtigen.

Noch Fragen? Dann wenden Sie sich an die für Sie zuständige ver.di-Geschäftsstelle.
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Viele Gründe, sich diese Ansprüche durch die ver.di-Mitgliedschaft zu sichern!