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Qualifizierung für alle

ver.di NEWS

Qualifizierung für alle

Ausgabe (16/2015)

Titelthema:
Weiterbildung: Genügend Mittel für Integration in den Arbeitsmarkt

ver.di NEWS (16/2015) ver.di ver.di NEWS (16/2015)  – Qualifizierung für alle

Auf einer Tagung des ver.di-Bundesarbeitskreises für Schwerbehindertenpolitik Anfang November meldete sich ein junger Mann im Rollstuhl zu Wort. Er schilderte kurz seine schwierige Suche nach einem betrieblichen Ausbildungsplatz. Er fügte hinzu, es dürfe jetzt nicht sein, dass alle nur noch auf die Flüchtlinge schauen.

Einen Tag später standen bei der arbeitsmarktpolitischen Tagung von ver.di Weiterbildung und Qualifizierung im Mittelpunkt. Auch dort sagten Teilnehmende, sie befürchteten, das für Langzeitarbeitslose ohnehin knappe Angebote an Maßnahmen werde in Zukunft noch weiter eingeschränkt.

Der Bundeserwerbslosenausschuss von ver.di setzt sich schon seit Jahren dafür ein, dass die Einschnitte in die Förderung der Weiterbildung im Sozialgesetzbuch II, also im Wesentlichen für Langzeitarbeitslose, zurückgenommenwerden. Denn Bildung und Qualifizierung brauchen alle. Es muss darum gehen, wie man Menschen, die nicht mehr oder noch nicht im sogenannten ersten Arbeitsmarkt untergekommensind, dort integrieren kann, gleich welcher Herkunft sie sind.

80 Prozent der Geflüchteten seien nach deutschen Maßstäben nicht formal qualifiziert, sagte Raimund Becker, Mitglied des Vorstands der Bundesagentur fürArbeit (BA). Viele brächten die hierzulande geforderten Zertifikate nicht mit, „aber dennoch haben sie Talente und Kenntnisse. Unsere Aufgabe ist, diese herauszufinden“.Beratung als Mittel zur Qualifikation müsse daher eine neue Dienstleistung in allen Arbeitsagenturen werden - und zwar für alle. [...]
 
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