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Streiks bei real - für Rückkehr in den Tarif

Einzelhandel

Streiks bei real - für Rückkehr in den Tarif

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Heute legen Beschäftigte von 11 real SB Warenhäuser in Baden-Württemberg ganztägig die Arbeit nieder. Sie protestieren damit gegen die Haltung der Unternehmensleitung in den laufenden Tarifverhandlungen über eine Rückkehr in die Tarifbindung.

Gestreikt wird in Rastatt, Bruchsal, Bühl (bei Baden-Baden), Ettlingen, Sinzheim, Karlsruhe (Ortenbergstraße), Horb, Böblingen-Hulb, Kirchheim am Neckar und bei zwei Märkten in Freiburg.

Zwischen 9 Uhr und 11 Uhr versammeln sich in Karlsruhe ca. 100 Streikende bei dem real-Haus in der Durlacher Straße zu einer gemeinsamen Streikversammlung.

Auch in anderen Bundesländern wie Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen finden heute größere Streikaktivitäten statt. Bereits gestern streikten Beschäftigte von 74 Märkten in Nordrhein-Westfalen, wovon sich rund 1.700 Streikende in Mönchengladbach zu einer zentralen Streikversammlung versammelten.

Die Verhandlungen zwischen ver.di und der Unternehmensleitung erweisen sich als schwierig. real fordert weitere Einschnitte zu Lasten der Beschäftigten wie z. B. Kürzung des Urlaubs- und Weihnachtsgeldes um 75 Prozent, Aussetzung der Tariferhöhungen bis Ende 2017 und Absenkung von Nachtzuschlägen.

Mit den heutigen Streiks will ver.di den Druck auf real in den laufenden Verhandlungen erhöhen. Das Unternehmen wird aufgefordert, ein zukunftsweisendes Konzept für die Beschäftigten vorzulegen.

Im Juni 2015 erklärte Real bundesweit den Austritt aus der Tarifbindung des Einzelhandels. Damit verabschiedete sich das Unternehmen aus den Tarifstandards des Flächentarifvertrages. Mit der Folge, dass die im Sommer letzten Jahres neu vereinbarten Tarife (Erhöhung in 2015 um 2,5 % und in 2016 um 2 %) bei real schon nicht mehr gelten, was für die Beschäftigten erhebliche finanzielle Nachteile mit sich bringt. Für Real-Verkäuferinnen in Baden-Württemberg ergeben sich Gesamteinbußen von bis zu 1947 € (in 21 Monaten, bis 31.03.2017). Generell drohen bei Neueinstellungen Verschlechterungen der Löhne, Gehälter und Arbeitsbedingungen. ver.di sieht darin die Gefahr einer nicht zu rechtfertigenden Zwei-Klassengesellschaft unter den Beschäftigten. Bei Real arbeiten rund 38.000 Beschäftigte.

Die nächste Tarifverhandlung – es wird auf Bundesebene verhandelt – findet voraussichtlich Anfang April statt.