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ver.di lehnt weitere Kahlschlagpolitik bei Karstadt ab

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ver.di lehnt weitere Kahlschlagpolitik bei Karstadt ab

Informationen für die Beschäftigten von Karstadt

Arbeitgeber müssen Standort- und Beschäftigungsgarantien geben.

Die Tarifkommission Karstadt der Vereinten Dienstleistungswerkschaft (ver.di) hat sich in ihrer gestrigen Sitzung (Donnerstag, 16. April 2015) vehement gegen weitere Kürzungspläne bei Karstadt Warenhaus und Karstadt Sports ausgesprochen. Sie fordert stattdessen eine Rückkehr in die Tarifbindung sowie eine Beschäftigungs- und Standortgarantie für die verbleibenden 81 Karstadt-Warenhäuser sowie die 28 Karstadt-Sports-Filialen.

„Die Arbeitgeber haben bei der letzten Tarifverhandlung am 10. April deutlich gemacht, dass sie in beiden Unternehmen weitere Filialschließungen und zusätzlichen Personalabbau planen. Das ist eine Unverschämtheit. Die Tarifkommission besteht auf Standort- und Beschäftigungsgarantien für alle Häuser und Beschäftigten und eine baldige Rückkehr in die Tarifbindung. Die Pläne, die die Arbeitgeber auf den Tisch gelegt haben – Tarifverzicht und weitere Kahlschlagpolitik – sind für uns absolut inakzeptabel“, sagte ver.di-Verhandlungsführer Arno Peukes.

Im Warenhausbereich wollen die Arbeitgeber entgegen zuvor anderslautender Pläne nun 28 statt 21 Häuser auf eine sogenannte Fokusliste setzen. Die Häuser könnten damit in den nächsten Monaten geschlossen werden. Bei Sports sollen sechs der 28 Filialen auf eine Fokusliste kommen. Zusätzlich dazu planen die Arbeitgeber in weiteren zehn Sports-Filialen Personalabbau. Für beide Unternehmen wollen sich die Arbeitgeber zudem die Möglichkeit offen halten, Verkaufsflächen fremd bewirtschaften zu lassen. Noch dazu soll die vollständige Rückkehr in die Tarifbindung durch eine stufenweise Angleichung über den langen Zeitraum von insgesamt sechs Jahren erfolgen. Nach Personalkosteneinsparungen in Höhe von 92 Millionen Euro will Karstadt so insgesamt weitere 240 Millionen Euro auf dem Rücken der Beschäftigten einsparen.

„Nach den neuen Plänen der Arbeitgeber wären in beiden Unternehmen fast 40 Prozent der verbleibenden Arbeitsplätze gefährdet. Und das, nachdem bereits sechs Filialen geschlossen und 2.400 Stellen abgebaut werden. Die Pläne der Karstadt-Eigner haben nichts mehr mit der Entwicklung eines erfolgreichen Konzepts für das Warenhaus der Zukunft zu tun. Es geht offenbar nur noch um rücksichtslosen Kahlschlag. Die Arbeitgeber sind aufgefordert, bis zur nächsten Tarifverhandlung am 23. und 24. April ein vernünftiges Angebot vorzulegen. Sonst sehen wir uns auf der Straße wieder“, sagte Peukes.

Eine genaue Liste der Fokushäuser haben die Arbeitgeber bisher nicht vorgelegt.