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Ein Zukunftskonzept für Galeria Kaufhof ist machbar!

Einzelhandel

Ein Zukunftskonzept für Galeria Kaufhof ist machbar!

Information für die Beschäftigten von GALERIA Kaufhof (April 2018)

Bundestarifkommission will über Neuausrichtung verhandeln

Es muss sich Grundlegendes ändern bei Galeria Kaufhof! Denn nach der Übernahme durch Hudson’s Bay Company (HBC) sind nun bereits im zweiten Jahr hintereinander Verluste in Höhe dreistelliger Millionenbeträge zu verkraften. Alle Kostensenkungsprogramme und auch der massive Personalabbau haben daran nichts geändert. Wegen dieser massiven Schieflage hat die ver.di-Tarifkommission am 13. April beschlossen, dem Management Verhandlungen über eine Neuausrichtung von Galeria Kaufhof anzubieten. Allerdings wollen wir dabei keinesfalls an erster Stelle über Sanierungsbeiträge der Beschäftigten reden. Zunächst ist das Unternehmen dran! Dabei reicht das vorgelegte Sanierungskonzept »Turn2Win« längst nicht aus, um das Warenhaus der Zukunft zu gestalten.

Endlich die Managementfehler korrigieren!

Bereits die Beschreibung der Probleme ist grundfalsch: »Nicht wettbewerbsfähige Personalkosten « heißt es da, aber das ist nicht das Problem von Galeria Kaufhof. Nötig sind dagegen ein wettbewerbsfähiges Konzept und ein wettbewerbsfähiges Management. Vor allem müssen endlich die Managementfehler korrigiert werden! Es ist dem Unternehmen zum Beispiel gar nicht bekommen, ständig Personal abzubauen und so die Funktionsfähigkeit der Häuser zu gefährden und immer weiter Umsätze zu verlieren. Eine umfassende Neuausrichtung von Galeria Kaufhof setzt voraus: Sicherung der Einkommen, der Beschäftigten, der Standorte und zudem mehr Personal zur Stärkung von Service und Beratung. Nur mit diesen Schritten kann die Wettbewerbsfähigkeit – auch gegenüber dem Onlinehandel – wiederhergestellt werden!

Die ver.di-Tarifkommission wird dem Management nun Vorschläge für ein tragfähiges Sanierungskonzept vorlegen. Dazu gehören die Neuausrichtung von zentraler Steuerung und lokaler unternehmerischer Verantwortung sowie die Verbindung von stationärem Handel und Online-Shops. Erst wenn ein belastbares Sanierungskonzept steht, kommt die Frage auf den Tisch, ob die Beschäftigten sich überhaupt noch finanziell an der Sanierung des Unternehmens beteiligen müssen.

Erst einmal sind die kapitalstarken Eigner und das Management in der Verantwortung! Sollte sich zeigen, dass die Beschäftigten doch einen Sanierungsbeitrag leisten müssen, dann gilt als Grundsatz: »Wir verzichten nicht auf Geld. Wir investieren in die Zukunft von Galeria Kaufhof!« Wie jeder andere Investor wollen wir die Veränderungen mitgestalten.

Und das bedeutet:

  • Das von uns mitentwickelte Sanierungskonzept wird vertraglich vereinbart und ist notfalls auch einklagbar.
  • Es soll wirksame Beteiligungs- und Überprüfungsverfahren durch die Arbeitnehmervertreter enthalten.
  • Die Beschäftigten werden nicht nur an den Risiken, sondern auch an künftigen Profiten beteiligt.
  • Ein möglicher Investitionsbeitrag der Beschäftigten darf die Flächentarifverträge des Einzelhandels nicht beeinträchtigen.

Wie geht es nun weiter?

In einer ersten Phase wollen wir mit der Unternehmensleitung über Eckpunkte verhandeln, bei denen es um die Grundsätze der Neuausrichtung von Galeria Kaufhof und um die Unterstützung durch die Arbeitnehmer geht. Damit kann eine Grundlage für ein gemeinsam zu erarbeitendes und überzeugendes Sanierungskonzept geschaffen werden. Kommen wir zu guten Verhandlungsergebnissen, dann können diese Vereinbarungen in einem Tarifvertrag festgeschrieben werden.

Beteiligt euch an der Neuausrichtung von Galeria Kaufhof!
Werdet ver.di-Mitglied, damit ihr die Zukunft eures Warenhauses mitgestalten könnt!