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In den Tarifverhandlungen wurde deutlich: Arbeitgeber planen weitere Schließungen und Personalabbau

Informationen für die Beschäftigten von Karstadt Warenhaus (April 2015)
Karstadt-Info vom April 2015 ver.di Karstadt-Info vom April 2015

Am vergangenen Freitag hat die Arbeitgeberseite in den Verhandlungen zur Tarifrückkehr von Karstadt Warenhaus deutlich gemacht, dass für sie das Thema Standortschließungen und Personalabbau noch lange nicht vorbei ist:

  • Für keines der 81 Warenhäuser wollen sie eine Standortgarantie geben. Im Gegenteil: Entgegen aller bisherigen Aussagen fallen aus ihrer Sicht heute 28 Häuser unter die Definition eines Fokushauses. Mit anderen Worten: 28 Warenhäuser könnten in den nächsten Monaten geschlossen werden, wenn es nach der Arbeitgeberseite geht.
  • Für alle Filialen wollen sich die Arbeitgeber die Möglichkeit offen halten, Verkaufsflächen fremd bewirtschaften zu lassen, was zu weiterem Personalabbau führen würde. Zwar wurden hier noch keine konkreten Prozentzahlen genannt, dennoch zeichnet sich ab: Dort wo die Mieten dies attraktiv machen, droht das Risiko umfangreicher Fremdvermietungen.

Noch mehr Verzicht ist völlig unzumutbar

Ginge es also nach den Plänen, die die Arbeitgeber am Freitag auf den Tisch gelegt haben, würden künftig fast 40 Prozent aller Arbeitsplätze gefährdet sein. Und das nach den gerade erst vollzogenen Schließungen von sechs Filialen und dem Abbau von 2.400 Stellen. Aus Sicht unserer Verhandlungskommission ist dies eine Unverschämtheit. Und es setzt dem ganzen schon den Deckel auf, wenn die verbleibenden Kolleginnen und Kollegen diesen Personalabbau mit einem weiteren Tarifverzicht in den nächsten sechs Jahren bezahlen sollen. Verstehen die Arbeitgeber tatsächlich so etwas als Angebot?

Unsere ver.di-Verhandlungskommission hat deutlich gemacht, dass sie solche Pläne als nicht verhandelbar ansieht. Wir wollen Karstadt statt weiteren Kahlschlag. Deswegen haben wir die Arbeitgeberseite aufgefordert, bis zur nächsten Verhandlungsrunde am 23. und 24. April endlich ein vernünftiges Angebot auf den Tisch zu legen. Wir brauchen vor diesem Hintergrund jetzt schnell stens eine tarifliche Standort- und Beschäftigungssicherung.

Wer nach den Schließungen und Entlassungen der letzten Wochen weiter an die Existenz der Standorte und Arbeitsplätze herangeht, der zeigt dass er kein Interesse an Karstadt als Warenhaus der Zukunft hat. Deswegen braucht es jetzt von uns dazu die richtige Antwort. Am Donnerstag treffen sich die Mitglieder der ver.di-Bundestarifkommission Karstadt. Zu dieser Sitzung werden wir auch die Mitglieder des Gesamtbetriebsrates einladen.

Bereits am Freitag hat die ver.di-Verhandlungskommission in den Verhandlungen deutlich gemacht, dass unsere Geduld am Ende ist. Alle Beschäftigten haben das Recht auf einen sicheren und zukunftsfähigen Arbeitsplatz. Und alle Beschäftigten haben auch das Recht auf tarifliche Bezahlung und tarifliche Sonderzahlungen wie Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld. Deshalb werden wir jetzt gemeinsam über kurzfristige Aktionen beraten.

Wenn die Arbeitgeber sich jetzt nicht endlich bewegen, bekommen sie unsere gemeinsame Antwort: Entweder jetzt tarifliche Standort- und Beschäftigungssicherung und Rückkehr in die Tarifbindung oder wir sehen uns auf der Straße wieder.

Unsere Geduld ist am Ende!