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Es lohnt sich in den Arbeits- und Gesundheitsschutz zu investieren!

Einzelhandel

Es lohnt sich in den Arbeits- und Gesundheitsschutz zu investieren!

Tarifverhandlung im Einzelhandel zu Demografie-Tarifverträgen
Tarifinfo Demografie Nr. 7 ver.di Tarifinfo Demografie Nr. 7  – Es lohnt sich in den Arbeits- und Gesundheitsschutz zu investieren!

 
Basierend auf einer Befragung und intensiven Untersuchung in 337 Unternehmen in 19 europäischen Ländern kommt die DGUV/issa (2013) zu dem Ergebnis: In 75 % der Unternehmen führen die getätigten Investitionen in den präventiven Arbeits- und Gesundheitsschutz zu gleichbleibenden oder sogar sinkenden Kosten. Der betriebliche Return on Prevention (ROP) lag im Mittel bei 2.2. Das heißt: Einer Investition von 1.000 Euro in Maßnahmen des Gesundheitsschutzes stand ein wirtschaftlicher Nutzen von 2.200 Euro gegenüber.

Alle Studien zum Thema Wirtschaftlichkeit von Arbeitsschutz und Gesundheitsförderung zeigen deutlich:

  • Werden Maßnahmen zum Gesundheitsmanagement strukturiert und ganzheitlich im Betrieb durchgeführt, haben diese einen höheren Nutzen.

  • Investitionen in sogenannte „weiche Faktoren“ wie Arbeitsfreude, die an der Gestaltung von Arbeitszusammenhängen ansetzen, sind wirksamer, als rein verhaltensorientierte Maßnahmen.

  • Investitionen in den betrieblichen Gesundheitsschutz dienen nicht nur zur Erhaltung der Gesundheit der Beschäftigten, sondern rechnen sich auch für die Unternehmen.

Sicherheit und Mindestbesetzung
Die aktuellen Ereignisse zeigen, dass Sicherheit und Mindestbesetzung im Einzelhandel nach wie vor von großer Bedeutung sind. Ältere Studien und Einzelerhebungen der BGHW belegen, dass vier meldepflichtige Raubüberfälle pro Tag im Einzelhandel stattfinden. Überwiegend in den Abendstunden, kurz vor Geschäftsschluss.

Zu diesem Thema bedarf es Regelungen zu Mindestbesetzungen auf der Fläche, Prävention und Aufklärung zum Verhalten von Beschäftigten bei Überfällen oder Gewaltanwendungen. Ebenso wichtig ist aber die Nachsorge. Hier benötigen betroffene Kolleginnen und Kollegen Unterstützung, da u. a. die Rückkehr auf ihren Arbeitsplatz Schwierigkeiten bereiten kann.

Jetzt geht’s an die Umsetzung der Themen in einen Tarifvertrag.

Die nächsten Verhandlungen finden am 7. und 25. November statt.


Unsere Ziele für mehr gute und gesunde Arbeit im Handel sind:

  • Gestaltung von Arbeitsplätzen und Umgebungsbedingungen
    Das bedeutet z.B. eine Festlegung von Kriterien zur Gestaltung von Sitz- und Steharbeitsplätzen, ergonomischen Kassenarbeitsplätze und Verkaufstheken oder eine Festlegung von Lärmobergrenzen für Verkaufs- und Kassenbereiche.

  • Gestaltung des Arbeitsschutzmanagements und der Gefährdungsbeurteilung
    Das bedeutet u.a. die Verpflichtung für jedes Unternehmen ein Arbeitsschutz- und Gesundheitsmanagement (mit bestimmten Qualitätskriterien) einzuführen und dies konsequent gemeinsam mit Gesundheitsbeauftragten und geschulten Beschäftigten (Multiplikatoren) umzusetzen.

  • Gesundheitsförderliche Arbeitsorganisation
    Das bedeutet u.a. eine verpflichtende Arbeitsplatzbeschreibung mit Bewertung von Belastungen, sowie Einarbeitungs- und Qualifizierungserfordernisse und die Anpassung der Arbeitsanforderungen an das Lebensalter und Mindestbesetzungen.

  • Qualifizierung zum Arbeits- und Gesundheitsschutz ab der Ausbildung für alle Beschäftigten und Führungskräfte

  • Finanzielle Förderung von gesundheitsförderlichen Angeboten

Beschäftigte, die im Einzelhandel hervorragende Arbeit leisten haben gute und gesunde Arbeit von der Ausbildung bis zu Rente verdient.