Aktuell

Rückkehr in die Fläche bis 2021? So wird das nichts!

Einzelhandel

Rückkehr in die Fläche bis 2021? So wird das nichts!

Information für die Beschäftigten von Karstadt Warenhaus (Februar2018)


Der Zukunftstarifvertrag für die Karstadt Warenhaus GmbH regelt die Rückkehr in den Flächentarifvertrag bis 2021. Aktuell beträgt der Abstand 11,9 Prozent. Und mit jeder weiteren Tarifrunde wird er größer. Deshalb haben wir als Gewerkschaft ver.di von der Arbeitgeberseite in den Verhandlungen der Entgeltkommission und im anschließenden Schiedsverfahren einen ersten Schritt in Richtung Rückkehr in die Fläche verlangt. Unsere Forderung: 3,0 Prozent Erhöhung für 2017.

Im Schiedsstellenverfahren erklärte sich die Arbeitnehmerseite dann kompromissbereit, diese Forderung – unter Einbeziehung der im Tarifvertrag sowieso schon fest vereinbarten Erhöhung von 1,25 Prozent ab dem 1. März 2018 – in einem Paket als Ergebnis für die Jahre 2017 und 2018 zu vereinbaren.

  • Als Anerkennung der guten Leistungen der Beschäftigten sollten die Entgelte für all diejenigen Beschäftigten, die seit 2013 die Sanierung von Karstadt mit Gehaltsverzicht und Stellenabbau finanzieren, um 3 Prozent angehoben werden.

  • Und das unter angemessener Berücksichtigung der wirtschaftlichen Lage der Warenhaus GmbH und ohne das Unternehmen wirtschaftlich zu überfordern.

Im Schiedsstellenverfahren ließen die Vertreter der Geschäftsführung – genauso wie in den vorangegangenen Verhandlungen – leider jedes Anzeichen zum ernsthaften Willen einer Rückkehr in den Tarif vermissen. Trotz des klaren Auftrags, den uns der Zukunftstarifvertrag in dieser Frage vorgibt.

Arbeitgeber ignoriert klaren Auftrag

  • Wollen sie keine Rückkehr in die Fläche?
  • Sind die Tarifvereinbarungen nur Lippenbekenntnisse?
  • Wie sonst lässt sich erklären, dass sie – trotz eines aktuellen Abstandes zum Tarifentgelt der Fläche von 11,9 Prozent – keine Entgelterhöhung für 2017 vereinbaren wollten.

Die Geschäftsführung hätte mit einer solchen Anhebung sowohl den Beschäftigten ihre Wertschätzung für die geleistete Arbeit erweisen können, als auch ein klares Signal dahingehend setzen können, dass sie eine Rückkehr in den Tarif ernst meint. Diese Chance wurde vertan!

Auch vom Vorsitzenden der Schiedsstelle war in dieser Frage keine Unterstützung zu bekommen. Die vorgeschlagene Einmalzahlung für das Jahr 2017 in Höhe von 100 Euro ist nicht geeignet, um den Abstand zum Tarif zu verringern.

Die Bundestarifkommission hat beschlossen, die vom Vorsitzenden der Schiedsstelle vorgeschlagene Einmalzahlung in Höhe von 100 Euro anzunehmen. Trotz der Bedenken.

Jetzt beginnen die Vorbereitungen für die Verhandlungen zur Entgelterhöhung 2018. 1,25 Prozent Entgelterhöhung ab dem 1. März 2018 sind im Zukunftstarifvertrag bereits verbindlich vereinbart. Wir werden uns damit aber nicht zufriedengeben. Ob und wieviel es möglicherweise darüber hinaus geben kann und geben muss, um den Abstand zum Tarifentgelt zu verringern, wird in den ab 21. Februar 2018 beginnenden Verhandlungen entschieden. Für diese Verhandlungen erwartet die Arbeitnehmerseite von der Geschäftsführung konkrete Angaben über eine materiell anschauliche Rückkehr in den Tarif bis zum Jahre 2021.

Für ein gutes Ergebnis werden wir mehr brauchen als nur gute Argumente.

Lasst uns die kommenden Wochen dazu nutzen, in den Filialen die Diskussion darüber zu führen, wie ernst es der Geschäftsführung ist, die im Zukunftstarifvertrag verbindlich vereinbarte Tarifrückkehr tatsächlich umzusetzen!