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Gesundheitsförderliche Führung im Einzelhandel bleibt ein Trauerspiel

Einzelhandel

Gesundheitsförderliche Führung im Einzelhandel bleibt ein Trauerspiel

Tarifverhandlung im Einzelhandel zu Demografie-Tarifverträgen
Tarifinfo Demografie Nr. 9 ver.di Tarifinfo Demografie Nr. 9  – Gesundheitsförderliche Führung im Einzelhandel bleibt ein Trauerspiel

 
Auch in der neunten Tarifverhandlung im bayerischen Einzelhandel wollten die Arbeitgeber keinerlei Zusagen zu gesundheitsförderlicher Führung machen oder über verbindliche tarifliche Regelungen verhandeln. Freiwillige Empfehlungen sind ihre Antwort auf ständig steigenden Leistungsdruck, auf teilweise dramatisch schlechte Führung und den Verdrängungswettbewerb auf dem Rücken der Beschäftigten.

Was haben die Einzelhandelsarbeitgeber und der Berliner Flughafen gemeinsam?

„Im Versprechen von falschen Hoffnungen und der Realisierung von zeitnahen Ergebnissen sind sie auf Augenhöhe.“

Seit 2014 verhandeln nun beide Seiten über mehr gute und gesunde Arbeit im Einzelhandel. In Verhandlungen mit wissenschaftlicher Begleitung, im Rahmen der Friedenspflicht – also ohne Streiks und Aktionen – sollten zeitnahe Fortschritte erzielt werden.

Ohne Druck aus den Betrieben wird sich nichts bewegen.

Heute müssen wir ernüchtert feststellen, ohne Druck aus den Betrieben, ohne Aktionen, gibt es keine verbindlichen Verbesserungen für unsere Kolleginnen und Kollegen.

Selbst der Entwurf einer Qualifizierungskampagne für die Betriebe, die über europäische Fördermittel bezuschusst werden sollte, brachte keine Fortschritte bei den Arbeitgebern.

Zukunft ist zu wichtig, um sie anderen zu überlassen!

Eine innovative Tarifpolitik, die gute und gesunde Arbeit gewährleistet, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern und dem Vernichtungswettbewerb im Handel einen Riegel vorschiebt, sieht anders aus.

Wie geht es nun weiter?

  • Nächste Woche tagt am 13. Februar die große Tarifkommission mit unseren Kolleginnen und Kollegen aus anderen Tarifkommissionen im Einzelhandel und entwickelt Wege wie wir, trotz der Verweigerungshaltung der Arbeitgeber, zu mehr guter Führung im Einzelhandel kommen.

  • Trotzdem haben die Arbeitgeber bis 31. März Zeit, ob sie Willens und in der Lage sind, auch ohne Druck durch Aktionen und Streiks, zu verbindlichen Tarifverträgen für mehr gute Arbeit im Handel zu kommen. Dann kann es zu einem 10. Versuch kommen!

  • Nutzen wir gemeinsam die nächsten Wochen in den Betrieben um zu zeigen, wie wichtig uns rechtsverbindliche Tarifverträge für mehr gute Arbeit im Handel sind.

  • In wenigen Wochen beginnt die Tarifrunde für bessere Bezahlung und gegen Altersarmut im Einzelhandel. Zeigen wir den Arbeitgebern wie entschlossenes, mutiges und zupackendes Engagement für mehr gute Arbeit im Einzelhandel aussieht.