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Karstadt: Weniger Entlassungen, Sozialplan steht

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Karstadt: Weniger Entlassungen, Sozialplan steht

Karstadt

Gesamtbetriebsrat und Konzernführung haben Monate lang um einen Interessenausgleich und einen Sozialplan für die von Filialschließungen und Kündigungen betroffenen Mitarbeiter/innen des Warenhauskonzerns Karstadt gestritten. Am Ende steht nun ein für beide Seiten akzeptabler Kompromiss.

Kündigungen halbiert, Abfindungen vereinbart 

„Unser Ziel – die Einrichtung einer Transfergesellschaft und die Verhinderung von Abgruppierungen – haben wir erreicht. Und selbstverständlich haben wir auch Abfindungen vereinbart“, sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Hellmut Patzelt nach Abschluss der Gespräche. Dem Gesamtbetriebsrat sei es in den Verhandlungen gelungen, die Zahl der geplanten Kündigungen weitestgehend durch Altersteilzeit und Vorruhestandsregelungen nahezu von 2.750 auf 1.400 Stellen zu halbieren. Eine Transfergesellschaft zur Weiterqualifizierung wird für diejenigen eingerichtet werden, die dennoch gekündigt werden müssen. 

Vom Tisch ist auch die geplante Abgruppierung von fast 2.000 Verkäufer/innen zu deutlich schlechter bezahlten Regaleinräumer/innen. Es wird bei Karstadt zwar in Zukunft weiterhin eine Unterscheidung zwischen Mitarbeiter/innen im Verkauf und schlechter bezahlten Serviceteams für die Warenversorgung geben. Allerdings will der Arbeitgeber auf Änderungskündigungen und Abgruppierungen verzichten. Hier wird jetzt auf Freiwilligkeit und Fluktuation gesetzt.

Weitere Schließungen möglich 

„Wir sind mit dem Ergebnis unter den gegebenen Umständen sehr zufrieden“, sagte Patzelt. Tatsächlich ist mit der Einigung nun der Weg frei für den vom neuen Karstadt-Chef Stephan Fanderl geplanten Stellenabbau in dem Essener Traditionsunternehmen. Zusätzlich zur Schließung von sechs Standorten mit insgesamt 350 Beschäftigten soll nach Betriebsratsangaben gut jede zehnte Stelle in den Filialen und jede vierte in der Zentrale abgebaut werden. Zudem hatte Konzernchef Fanderl schon im vergangenen Jahr deutlich gemacht, dass es bei der bislang angekündigten Schließung von sechs Filialen nicht bleiben werde. Für ver.di hat deshalb bei den Tarifverhandlungen mit Karstadt die Forderung nach Standort- und Beschäftigungsgarantien anhaltend Vorrang. Schon morgen verhandeln die Tarifpartner wieder.