Aktuell

Unrealistisch und utopisch

Einzelhandel

Unrealistisch und utopisch

Information für die Beschäftigten von real,- (Februar 2016)
real,- Info vom 15.02.2016 ver.di real,- Info vom 15.02.2016  – Unrealistisch und utopisch

So schätzt unsere Verhandlungskommission die Positionen der Arbeitgeber ein. Und einige ihrer Forderungen sind unverschämt:

  • Kürzung des Urlaubs- und Weihnachtsgeldes um 75 Prozent. Das ist eine Kürzung für eine Verkäuferin in der Endstufe um rund 2.050 Euro pro Jahr.
  • Aussetzen der Tariferhöhungen bis Ende 2017, einschließlich Aussetzen von Durchstieg und Aufstieg.
  • Ab 2018 Weitergabe der Tariferhöhungen und Verringerung des Abstands der Entgelte zum bestehenden Tarifniveau über einen Zeitraum von drei Jahren.
  • Absenkung der Nachtzuschläge in der Zeit von 20:00 bis 22:00 Uhr auf 20 Prozent.
  • In den Märkten, in denen das neue Konzept Big-Bang PLUS umgesetzt wird, soll die Wochenarbeitszeit um eine Stunde erhöht werden – ohne Lohnausgleich. Diese Zeit soll für Weiterbildungsmaßnahmen zur Verfügung stehen.
  • Von der Standortsicherung sollen ca. 12–17 Märkte ausgenommen werden, da diese geschlossen werden sollen.
  • Sollten durch die Tarifparteien in den Ländern bis 2017 keine neuen Entgelttarifsysteme ausgehandelt worden sein, wollen sie ein Sonderkündigungsrecht, um dann dazu einen Haustarifvertrag für real,- auszuhandeln.

Damit wird deutlich, dass die versprochenen Investitionen von 150 Millionen Euro pro Jahr von den Beschäftigten aufgebracht werden sollen. Das ist schon für sich eine Frechheit. Aber die Arbeitgeber legen noch einen drauf: Selbst für den Fall, dass Maßnahmen früher wirtschaftlichen Erfolg bringen, wehren sie sich dagegen, den Verzicht der Beschäftigten finanziell auszugleichen.

Wer übrigens erwartet, dass sich alle an der Sanierung von real,- beteiligen werden, erlebt eine böse Überraschung. Die Arbeitgeber machten deutlich, dass die leitenden Angestellten von den geplanten Eingriffen ausgenommen werden sollen.

Kein klares und schnell greifendes Zukunftskonzept erkennbar
Als ferne Vision hört es sich nicht schlecht an, was die Arbeitgeber der ver.di-Verhandlungskommission bei den letzten Tarifverhandlungen am 12. Februar 2016 präsentierten. Aber die Beschäftigten von real,- brauchen kein Luftschlösser, sondern schnelle und konkrete Schritte, wie die gegenwärtigen wirtschaftlichen Probleme des Unternehmens gelöst werden. Gerade erst ist auch im wichtigen Quartal mit dem Weihnachtsgeschäft von Oktober bis Dezember 2015 der flächenbereinigte Umsatz wieder gesunken – um 1,6 Prozent. Völlig unklar bleibt darüber hinaus, was sich in den übrigen 292 real,- Märkten ändern soll, wenn es im zweiten Halbjahr 2016 in Krefeld einen Pilotmarkt unter dem Namen Big-Bang PLUS geben wird.

Das sind nur zwei Themen, zu denen wir den Arbeitgebern in den Verhandlungen Fragen gestellt haben. Aber festzustellen ist: Auf keine Frage geben die Arbeitgeber eine wirkliche Antwort! Somit verspielen sie weiterhin die Geschäftsgrundlage, um ernsthaft über einen Zukunftsbeitrag der Beschäftigten zu verhandeln. Es wird Zeit, dass hier endlich was passiert. Denn es geht um die 38.000 Arbeitsplätze der real,- Beschäftigten. Für die ver.di-Tarifkommission ist klar, dass diese jetzt zukunftssicher gemacht werden müssen.

Management muss endlich aufwachen
Wieder einmal ist deutlich geworden, dass die Arbeitgeberseite ihre Hausaufgaben nicht gemacht hat. Eine Senkung der Personalkosten führt nicht dazu, dass die alltäglichen Probleme in den Märkten, die die Beschäftigten daran hindern für die Kunden erfolgreich tätig zu sein, verschwinden. Aber genau diese Probleme sind es, die eine positive Trendwende in der Umsatz- und Ergebnisentwicklung verhindern.

Deswegen erwarten wir von den Arbeitgebern, dass sie endlich aufwachen und gemeinsam mit der Tarifkommission den Beschäftigten und Betriebsräten an einem Konzept arbeiten, das real,-istisch und erfolgreich ist. Wer das immer noch nicht versteht, muss vielleicht lautstark geweckt werden. Die Tarifkommission trifft sich am 22. Februar.

Gemeinsam für existenzsichernde Tarifbindung
Gemeinsam für ein nachhaltiges Zukunftskonzept bei real,-
Gemeinsam für eine sichere Zukunft der Beschäftigten