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350 Real-Beschäftigte protestierten in Ettlingen

Tarifstreit im Einzelhandel

350 Real-Beschäftigte protestierten in Ettlingen

4.7.2013 - Streik-Demonstration in Ettlingen Gustavo Alàbiso 4.7.2013 - Streik-Demonstration in Ettlingen  – 4.7.2013 - Streik-Demonstration in Ettlingen

Stuttgart, 4. Juli 2013 - Heute trafen sich rund 350 Streikende aus insgesamt 12 Real-Filialen zu einer gemeinsamen Protestaktion in Ettlingen. Die Streikenden kamen aus Karlsruher Betrieben mit Umgebung, aus dem Raum Mannheim-Heidelberg und aus Reutlingen. Unterstützung erhielten sie zudem von mehreren Kaufland-Filialen aus Pforzheim und Freudenstadt.

Die Streikenden zogen in einem Demonstrationszug durch die Ettlinger Innenstadt und versammelten sich anschließend zu einer gemeinsamen Kundgebung auf dem Marktplatz. Dabei forderten sie die Arbeitgeber lautstark auf, den Manteltarifvertrag wieder unverändert in Kraft zu setzen und den Weg für eine angemessene Tariferhöhung freizumachen. Immer wieder wurden die Rufe laut: „Wir lassen uns nicht erpressen!“ und „Wir kämpfen weiter für den Erhalt unseres Tarifvertrages!“

ver.di-Gewerkschaftssekretär Thomas Schark: „Mut und Entschlossenheit der Beschäftigten nehmen zu. Die Verschlechterungen, die die Arbeitgeber für den Manteltarif fordern, stoßen auf größte Ablehnung in den Betrieben. Die Bereitschaft, für den Tarifvertrag zu kämpfen, wächst und wächst.“ 

Hintergrund dieser Streiks ist der verhärtete Tarifkonflikt, in dem die Einzelhandelsarbeitgeber versuchen, Änderungen des Manteltarifvertrages und schlechtere Eingruppierungen zu erzwingen.

Während ver.di für die Beschäftigen im baden-württembergischen Einzel- und Versandhandel eine Lohn- und Gehaltserhöhung um einen Euro pro Stunde fordert, haben die Arbeitgeber als Tariferhöhung ab 1.7.2013 (also nach 3 Nullmonaten) 2,5% sowie weitere 1,5% ab 1.4.2014. angeboten. Sie  beharren jedoch darauf, dass zuerst über Manteltarif- und Strukturthemen verhandelt werden soll. Sie verlangen:

  • Niedrigere Eingruppierung für Kassiererinnen an Verbrauchermarktkassen
  • Streichung der Kassierzulage
  • Einführung einer neuen, niedrigeren Entgeltgruppe für „Hilfstätigkeiten“ wie Warenverräumung und Auffülltätigkeiten
  • Streichung der Spätöffnungs- und Nachtzuschläge für diese Tätigkeiten
  • Weitere Flexibilisierung der Arbeitszeiten
  • Streichung des Zuschlages für das Zuendebedienen nach dem Arbeitszeitende.

Die Tarifverhandlungen werden voraussichtlich am 11. Juli in Korntal-Münchingen fortgesetzt.

 

Kontakt: Wolfgang Krüger, Tel. 0151-146 57 219