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Entschlossen und selbstbewusst

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Entschlossen und selbstbewusst

Betriebsrätekonferenz zum Auftakt der Tarifrunden im Handel

Mehr als 300 Betriebsräte aus dem Großhandel und dem Einzelhandel nahmen am 25. März im Stuttgarter Hospitalhof an einer ver.di-Betriebsrätekonferenz zum Auftakt der Tarifrunden im baden-württembergischen Handel teil. In einer Resolution unterstützten die betrieblichen Interessenvertreter die ver.di-Forderungen nach kräftigen Tariferhöhungen und bekräftigten ihre Entschlossenheit die Flächentarifverträge im Handel zu verteidigen.

ver.di-Landeschefin Leni Breymaier und das für den Handel zuständige Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger unterstrichen in ihren Grußworten die Bedeutung der Tarifverträge für den Schutz vor Armut und Altersarmut und plädierten dafür, das Instrument der Allgemeinverbindlichkeitserklärung von Tarifverträgen verstärkt zu nutzen, um der zunehmenden Tarifflucht im Handel wirksam Grenzen zu setzen.

Martin Schwarz vom evangelischen Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt und Wolfgang Herrmann von der katholischen Betriebsseelsorge ermutigten in ihren Grußworten die Arbeitnehmervertreter bei ihrem Einsatz für gute Arbeit und gerechte Entlohnung und sicherten ihre Unterstützung zu.

Toba Borke & Pheel, ein Stuttgarter Rap- und Beatbox-Duo, begeisterten die Tagungsteilnehmer mit einem Auftritt, bei dem sie die Forderungen der Handelsbeschäftigten rhythmisch und gereimt bekräftigten.

Die Rechtsanwälte Ewald Bartl und Benjamin Mausner referierten über rechtliche Grundlagen und aktuelle Rechtsprechung zum Thema "Betriebsrat und Arbeitskampf". 

Bernhard Franke, ver.di-Landesfachbereichsleiter und Baden-württembergischer Verhandlungsführer in den beiden Tarifbereichen des Handels stellte die kürzlich beschlossenen Tarifforderungen vor: Im Großhandel sollen die Entgelte um 5,5% erhöht und die tarifliche Altersvorsorge verbessert werden. Im Einzelhandel fordert ver.di eine Erhöhung um 1 € pro Stunde und ein tarifliches Mindesteinkommen von 1850 €. Franke forderte die Arbeitgeber auf, schnell und pragmatisch die Entgeltrunden zu einem guten Ergebnis zu führen, um sich danach den aufwendigen, aber notwendigen Zukunftsthemen wie neuen Entgeltstrukturen und der tariflichen Gestaltung von guter und gesunder Arbeit "von der Ausbildung bis zur Rente" zuwenden zu können. Franke betonte, ver.di habe in Baden-Württemberg in den letzten Jahren neben wachsender Arbeitskampffähigkeit, auch immer wieder Verhandlungs- und Kompromissfähigkeit bewiesen. So seien in den letzten beiden Tarifrunden 2011 und 2013 in beiden Branchen  die ersten Tarifabschlüsse jeweils in Baden-Württemberg gelungen. ver.di gehe die bevorstehenden Tarifrunden deshalb "entschlossen und selbstbewusst" an. 

Die Verhandlungen im Gross- und Aussenhandel beginnen am 31. März in Ettlingen, im Einzelhandel ist ein erster Verhandlungstermin am 28. April in Ludwigsburg vereinbart.