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Unsere Forderung: 1€ mehr pro Stunde!

Tarifrunde im baden-württembergischen Einzelhandel 2015

Unsere Forderung: 1€ mehr pro Stunde!

WIR im Einzelhandel und Versandhandel BaWü (Tarifinfo 02/2015)

Die Große Tarifkommission hat am 12. März in Mannheim unsere Forderungen in der Tarifrunde 2015 beschlossen:

  • Erhöhung der Gehälter, Löhne und Ausbildungsvergütungen um 1 € / Stunde
  • Tarifliches Mindesteinkommen: 1850 €

Die Laufzeit des Tarifvertrages soll 12 Monate betragen. Wir wollen dafür kämpfen, dass die Einzelhandelstarifverträge künftig wieder allgemeinverbindlich für die ganze Branche erklärt werden sollen. Zur Vermeidung von Tarifflucht soll der Geltungsbereich unserer Tarifverträge überarbeitet werden. Für ver.di-Mitglieder streben wir eine besondere Vorteilsregelung an.

Auch die Beschäftigten des Einzel- und Versandhandels wollen an der guten wirtschaftlichen Entwicklung der Branche beteiligt werden – das war die klare Botschaft aus den Betrieben und aus den bezirklichen Tarifkommissionen. Während die Unternehmensgewinne kontinuierlich und kräftig gewachsen sind, haben die Beschäftigten nach wie vor einen erheblichen Nachholbedarf und wollen sich von der allgemeinen Tarifentwicklung nicht abkoppeln lassen. Kräftige Einkommenserhöhungen werden von den Arbeitnehmern dringend benötigt und sind für die Unternehmen leicht zu verkraften. Auch zur Stabilisierung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ist eine Stärkung der Kaufkraft dringend erforderlich.

Unzufrieden
Im letzten Tarifinfo hatten wir nach Meinungen und Stimmungen gefragt. Dankeschön an die vielen Einzelhandelsbeschäftigten, die mitgemacht haben! Überwiegend unzufrieden sind die Beschäftigten mit ihrem Arbeitseinkommen: Nur 3,6 % meinen, es reiche „vollkommen aus“ oder man könne „sehr gut davon leben“. Für 53,5% „reicht es gerade so“, 42,5% sagen: „Es reicht nicht aus“. Mit Blick auf die eigene Arbeitsleistung empfinden lediglich 2,7% ihr Einkommen als angemessen, 5,7% sagen „eher ja“. Mit „eher nein“ antworten 44,5%, mit einem klaren „Nein“ 45,4%. Nicht verwunderlich ist deshalb, dass die Erwartungen bezüglich unserer Tarifforderung durchaus hoch sind: 28,4%halten eine Forderung in der Größenordnung von 140 € (16,9%) oder eine noch höhere Festgeldforderung (11,5%) für angemessen. 31,5 % plädierten für eine 6%-Forderung, 12,0% für eine noch höhere Prozentforderung (Mehrfachnennungen waren möglich). Schließlich: Die Bereitschaft, sich auch selbst aktiv für ein gutes Tarifergebnis einzusetzen, ist durchaus hoch: 43,0% sind bereit, sich an Aktionen zu beteiligen, 59,1 % auch an Warnstreiks oder Streiks. Nur 37,3% kreuzten keins von beiden an.

Neuer Anlauf
Am 9. März fand die 2. Verhandlungsrunde über eine Reform der Eingruppierungsbestimmungen im baden-württembergischen Einzelhandel statt. Die Tarifparteien mussten feststellen, dass die im Dezember 2013 vereinbarten Verhandlungen über eine neue Entgeltstruktur längst nicht so weit fortgeschritten sind wie erhofft, betonten aber beidseitig ihre Bereitschaft, die Verhandlungen fortzuführen. ver.di warnte jedoch die Arbeitgeber davor, Verknüpfungen zwischen der Entgeltrunde 2015 und diesen komplizierten Strukturverhandlungen vorzunehmen. Dies würde zwangsläufig den Tarifkonflikt verschärfen. Im April und Mai sollen unterschiedlichen Vorstellungen zur künftigen Eingruppierung in Arbeitsgruppen ausgetauscht werden. Die Entgelt-Verhandlungen beginnen am 28. April.

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