Landesfachbereich Handel in Baden-Württemberg

Presseschau 24.- 30. Juni 2013

Einzelhandel

Presseschau 24.- 30. Juni 2013

Magdeburg

Mehrere hundert Verkäuferinnen im Streik!

Magdeburg, 29. Juni 2013 - Allein in Magdeburg haben sich am Samstagvormittag 150 Verkäuferinnen im DGB-Haus getroffen und sind anschließend durch die Magdeburger Innenstadt demonstriert. Viel Aufsehens gab es im City Carré als jede Streikende sich eine Kugel Eis genehmigte. Kunden und Beschäftige des Einkaufszentrums suchten das Gespräch.

Zeitgleich streikten Handelsbeschäftigte in Dresden, Süd- und Ostthüringen schon den zweiten, dritten bzw. vierten Tag in Folge. Besonders betroffen waren Kauflandfialen. Darüber hinaus wurde real,-, Edeka, IKEA und Esprit bestreikt.

„Am Samstag befanden sich insgesamt rund 400 Einzelhandelsbeschäftigte im Streik“, so ver.di Verhandlungsführer Jörg Lauenroth-Mago. „Diese Woche war ein erster Höhepunkt bei den Einzelhandelsstreiks. In allen drei Bundesländern beteiligten sich Verkäuferinnen. Wir werden die Streiks fortsetzen.“

„Die Absage des 3. Verhandlungstermins, der für den 2. Juli geplant war, hat die Emotionen der Beschäftigten nochmals deutlich angeheizt. Der Versuch der Arbeitgeber schlechtere Arbeitsbedingungen für neu Eingestellte einzuführen trifft auf absolute Ablehnung der Beschäftigten. Eine Zweiklassengesellschaft im Einzelhandel wird es mit uns nicht geben“, so Lauenroth-Mago.

Ver.di fordert rückwirkend zum 1. Juni 2013 eine Erhöhung der Gehälter und Löhne um 1 Euro pro Stunde, die Ausbildungsvergütungen sollen um 90 Euro im Monat steigen.

Derzeit verdient eine Verkäuferin nach 7 Jahren 13,43 € pro Stunde. Bei einer 38-Stunden-Woche sind dies 2.216,- € pro Monat. Das Einstiegsgehalt einer ungelernten Beschäftigten beträgt 9,21 €, bei einer 38-Stunden-Woche sind dies 1.520,- € pro Monat. Die Mehrheit der Beschäftigten arbeitet in Teilzeit und liegt z.B. bei einem 90 Stundenvertrag im Monat trotz Tarifgehalt nur knapp über der Armutsgrenze. Der Einzelhandel ist die Branche mit den meisten Aufstockern.

Quelle: ver.di Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen

 

Kaufland: Für höhere Löhne vor die Konzernzentrale

Im Streit um höhere Löhne haben am Donnerstag nach Angaben der Gewerkschaft Verdi rund 1500 Mitarbeiter des Handelskonzerns Kaufland vor der Unternehmenszentrale in der Heiner-Fleischmann-Straße in Neckarsulm demonstriert. Unter den Teilnehmern waren auch rund 500 Kauflandbeschäftigte aus 17 Warenhäusern in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Zuvor hatten die Arbeitgeber den für kommende Woche vorgesehenen Verhandlungstermin abgesagt. Die Streiks sollen heute und am Samstag auch in anderen Regionen fortgesetzt werden.

Verdi fordert in der laufenden Tarifrunde eine Lohnerhöhung von einem Euro pro Stunde und 90 Euro monatlich für Auszubildende. Nach der Kundgebung zogen die Kaufland-Mitarbeiter in einem Protestmarsch durch die Neckarsulmer Innenstadt. Nach Mitteilung der Gewerkschaft betreibe Kaufland bereits seit Jahren die von den Arbeitgeberverbänden im Zusammenhang mit den Lohnverhandlungen geforderte Abgruppierung der Kassiertätigkeiten. Kaufland stehe auch hinter den Forderungen der Arbeitgeber nach einer geringeren Bezahlung so genannter Hilfstätigkeiten wie Regalbefüllung.

Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung vom 28.06.2013

 

Wieder Streiks im Einzelhandel

FREIBURG Die Beschäftigten des Real-Markts auf der Haid in Freiburg wurden am Vormittag aus dem laufenden Betrieb zum Warnstreik aufgerufen

Die Streikwelle im baden-württembergischen Einzelhandel hat erneut Südbaden erreicht. Die Beschäftigten des Real-Markts auf der Haid in Freiburg wurden am Vormittag aus dem laufenden Betrieb zum Warnstreik aufgerufen. Das Motto der Aktion: „Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, bevor die Arbeitgeber ein vernünftiges Angebot vorlegen.“ An dem Warnstreik beteiligten sich nach Angaben von ver.di Südbaden rund 100 Beschäftigte. Das Angebot der Arbeitgeber, den Lohn in zwei Stufen um vier Prozent zu erhöhen, hat die Gewerkschaft zurückgewiesen. Die Verhandlungen im Einzelhandel werden voraussichtlich am 11. Juli fortgesetzt.

Video bei TV Südbaden vom 28.6.2013

 

EINZELHANDELSUMSÄTZE

Erfreulicher Mai für den Einzelhandel

Die Einzelhandelsbranche hat sich im Mai besser geschlagen als Volkswirte vorhergesagt hatten, teilt das Statistische Bundesamt mit.

Deutschlands Einzelhändler haben ihre Umsätze in diesem Mai stärker steigern können als erwartet. Im Vergleich zum Vormonat erhöhten sich die Erlöse preisbereinigt (real) um 0,8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte.

Volkswirte hatten mit lediglich 0,4 Prozent Plus gerechnet. Nominal kletterten die Umsätze von April auf Mai kalender- und saisonbereinigt um 1,1 Prozent. Im Jahresvergleich stiegen die Umsätze im Mai 2013 real um 0,4 Prozent und nominal um 2 Prozent zu Mai 2012. Beide Monate hatten jeweils 24 Verkaufstage.

Mehr dazu bei Der Handel vom 28.06.2013

  

Verdi versammelt Streikende vor Kaufland

Neckarsulm -Die Deutschland-Zentrale des Handelsunternehmens Kaufland in der Neckarsulmer Heiner-Fleischmann-Straße ist am Donnerstag Schauplatz einer Großkundgebung im Rahmen der Tarifauseinandersetzung im Einzelhandel.

In 37 Bussen reisten die Teilnehmerinnen aus fast der ganzen Republik nach Neckarsulm – die „Mädels aus Ost-Sachsen“ waren genauso dabei wie Mitarbeiter des Unternehmens aus Dortmund und aus Sachsen-Anhalt. Laut Verdi haben sich damit mehr als 1500 Kaufland-Beschäftigte an der Kundgebung beteiligt.

Mehr dazu in der Heilbronner Stimme vom 27.6.2013 (mit Bildergalerie)

 

Tarife

Kundgebung vor Kaufland-Zentrale in Neckarsulm

27.06.2013 - Im Tarifkonflikt des Einzelhandels hat die Gewerkschaft Verdi am Donnerstag vor der Kaufland-Zentrale mobil gemacht. An der Kundgebung in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) beteiligten sich mehr als 1500 Menschen, wie der Verdi-Verhandlungsführer im Südwesten, Bernhard Franke, mitteilte. Die Teilnehmer kamen aus Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Thüringen oder Hessen. Bei Kaufland gibt es nach Gewerkschaftsangaben seit Jahren immer wieder Streit um die Eingruppierung von Kassiererinnen.

Verdi fordert für die rund 220 000 tariflich gebundenen Beschäftigten im Einzel- und Versandhandel Baden-Württemberg eine Erhöhung von 6,5 Prozent beziehungsweise einem Euro pro Stunde mit einer Laufzeit von zwölf Monaten. Das Arbeitgeberangebot war bei der jüngsten Verhandlungsrunde als zu niedrig zurückgewiesen worden. Der Vorschlag sieht eine zweistufige Erhöhung der Löhne von insgesamt vier Prozent vor bei einer Laufzeit bis März 2015.

Quelle: Focus v. 27.6.2013

 

Tarifstreit: Verhandlungen ohne Annäherung beendet / Neuer Termin in Hoffnung, „dass uns oder anderen etwas Sinnvolles einfällt“

Keine Einigung im Einzelhandel

Böblingen. Die Fronten im Einzelhandel bleiben verhärtet. Die dritte Runde in den baden-württembergischen Tarifverhandlungen ging gestern ohne Annäherung zu Ende. Die Arbeitgeber hatten zwar erstmals ein Angebot vorgelegt, das jedoch von der Gewerkschaft ver.di zurückgewiesen wurde. Ein weiteres Treffen hielten beide Parteien nach aktuellen Stand für wenig sinnvoll, legten aber dennoch einen vorläufigen Termin für den 11. Juli fest - "für den Fall, dass uns oder Tarifrunden in anderen Bezirken noch was Sinnvolles einfällt", sagte Philip Merten, Verhandlungsführer der Arbeitgeber.

Mehr dazu bei morgenweb.de vom 25.6.2013

 

Verkaufspersonal streikt

60 Mitarbeiter von Galeria Kaufhof und H&M legen Arbeit nieder.

Die Streiks im Einzelhandel in Freiburg sind am gestrigen Montag weitergegangen. Diesmal waren die Galeria Kaufhof und die Filiale der Modekette H&M betroffen. Es waren schätzungsweise 60 Beschäftigte, die die Arbeit den ganzen Tag über oder zeitweise niedergelegt haben. Damit wollen die Verkäuferinnen und Verkäufer in der aktuellen Tarifauseinandersetzung den Druck für ein Verhandlungsergebnis erhöhen. Die Gewerkschaft Verdi fordert dabei eine Gehaltserhöhung von einem Euro pro Stunde.

Die Streikenden hatten bis gestern nach Angaben von Verdi bereits mehr als 1000 Unterstützungsunterschriften bei den Kunden gesammelt.

Mehr dazu in der Badischen Zeitung vom 25.6.2013

 

„Bei weitem zu niedrig“

Arbeitgeber im Einzelhandel legen erstes Angebot vor

Die Beschäftigten im Einzelhandel können sich Hoffnungen auf mehr Lohn machen. Die Arbeitgeber der Branche haben jetzt ein erstes Angebot vorgelegt – doch Verdi ist noch lange nicht zufrieden.

Berlin. In die Tarifverhandlungen für die knapp drei Millionen Beschäftigten im deutschen Einzelhandel kommt Bewegung. Die Arbeitgeber legten bei der dritten Gesprächsrunde in Baden-Württemberg am Montag bundesweit erstmals ein konkretes Lohn-Angebot vor. Die Gehälter sollen in zwei Stufen insgesamt um vier Prozent steigen, zunächst um 2,5 Prozent zum 1. Juli, dann um weitere 1,5 Prozent zum 1. April 2014 bei einer zweijährigen Laufzeit bis Ende März 2015. Die Arbeitgeber koppelten ihre Offerte allerdings an Änderungen in der Entgeltstruktur und im Manteltarifvertrag, was die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi umgehend ablehnte. „Das akzeptieren wir nicht“, sagte ein Verdi-Sprecher. Zudem sei das Lohn-Angebot „bei weitem zu niedrig“.

Mehr dazu im Handelsblatt vom 24.06.2013

  

Wieder Streiks im Einzelhandel

FREIBURG Die Mitarbeiter wollen nach ver.di-Angaben den Druck für ein Verhandlungsergebnis erhöhen

Im Freiburger Einzelhandel wurde heute erneut gestreikt. Die Beschäftigten von Galeria Kaufhof und H & M legten ihre Arbeit nieder. Laut Ver.di Südbaden haben die Streikenden schon mehr als 1.000 Unterstützungs-Unterschriften von Kunden gesammelt. Hintergrund der Streiks sind die laufenden Tarifverhandlungen in Böblingen. Die Arbeitgeber haben dort eine zweistufige Lohnerhöhung um insgesamt vier Prozent angeboten. Der Gewerkschaft ist das zu wenig.

Video auf TV Südbaden vom 24.6.2013

 

Südwest

Die Tarifverhandlungen im Handel sind festgefahren

Begleitet von neuerlichen Warnstreiks startet am Montag die dritte Runde der Tarifverhandlungen für die 220.000 Beschäftigten im baden-württembergischen Einzelhandel. Die sind festgefahren.

Es geht nicht nur um Geld, sondern um die laut Verdi "ständige Verfügbarkeit der Beschäftigten" – und alte, offene Rechnungen zwischen den Tarifparteien.

Seit Monaten immer wieder das gleiche Bild vor Kaufhäusern und Supermärkten, zuletzt am Samstag auch in Freiburg: eine Gruppe von Menschen in giftgelben Warnwesten, mit roten Fahnen und Trillerpfeifen. Kunden gehen an den Streikposten vorbei in den Laden, manche nehmen Flugblätter mit, auf denen die Gewerkschaft Verdi ihre Forderungen auflistet. Die Löhne und Gehälter sollen um einen Euro pro Stunde steigen, die Ausbildungsvergütungen sollen um 90 Euro pro Monat und Ausbildungsjahr erhöht werden. Das tarifliche Mindesteinkommen soll auf 1800 Euro im Monat steigen.

Zu Beginn des Jahres haben die Arbeitgeber in Baden-Württemberg den Lohn- und Gehaltstarifvertrag sowie den Manteltarifvertrag gekündigt, so wie überall in Deutschland mit Ausnahme Hamburgs. Am Montag treffen die Verhandlungskommissionen in Böblingen in der dritten Runde aufeinander – aber es sieht nicht nach einer raschen Einigung aus.

Mehr dazu im Artikel von Heinz Siebold in Badische Zeitung vom 24.6.2013