Landesfachbereich Handel in Baden-Württemberg

Presseschau 17.- 23. Juni 2013

Presseschau 17.- 23. Juni 2013

Ärger bei Toys-R-Us um Betriebsrätin

Heilbronn - So eine Geschichte habe sie in ihrem Bezirk noch nicht erlebt, kommentiert Verdi-Chefin Marianne Kugler-Wendt, wie die Heilbronner Filiale des Spielwarenunternehmens Toys-R-Us ihre Betriebsrätin loswerden wolle. "Andere Mitarbeiter werden dafür eingespannt, die Kollegin bespitzelt und schikaniert", sagt die Gewerkschafterin.

Mehr dazu im Artikel von  Bärbel Kistner in Heilbronner Stimme vom 21.6.2013

 

Einzelhandel:

Die Kraftprobe

Amazon, Edeka, Karstadt: Viele Einzelhändler ignorieren Tarifverträge – und ruinieren ihren Ruf als Arbeitgeber.

Streiks bei Amazon, Lohndumping bei Edeka und ein Karstadt-Chef, der das Weite sucht. Im Einzelhandel herrscht Aufruhr, die Tarifverträge stehen zur Disposition – und damit ein Regelwerk, das über Jahrzehnte eine verlässliche Grundlage bot. Doch die bröckelt. Und das ist bedrohlich, nicht nur für die drei Millionen Beschäftigten im Handel, sondern auch für die Unternehmen. Schon heute steht es um ihr Image als Arbeitgeber nicht gerade zum Besten.

Aktuell geht es um die Erhöhung der Löhne und Gehälter; die Verhandlungen laufen schleppend. Eine Prognose wagt niemand, weder über den Inhalt noch über das mögliche Ende der Konflikte. Diesmal könnten sie besonders lange dauern. Denn die Kontrahenten sind so zerstritten wie nie zuvor.

Mehr dazu im Artikel von Gunhild Lütge in der Zeit vom 21.6.2013

 

Das Kaufhof-Aus haben viele befürchtet

Die Galeria Kaufhof im Wollhaus schließt spätestens Ende 2015 für immer ihre Türen. Das Center war 1975 eröffnet worden.

Heilbronn - Überrascht ist niemand von der Schließung der Galeria Kaufhof im Wollhaus (wir berichteten) − aber ziemlich ernüchtert. Zum Beispiel Stadtinitiative-Vorsitzender Thomas Gauß: "Betriebswirtschaftlich ist die Entscheidung nachvollziehbar." Jeder logisch denkende Kaufmann würde so handeln, wenn sein Geschäft unrentabel ist. Ob das Kaufhaus tatsächlich bis zum Auslaufen des Mietvertrags Ende 2015 geöffnet bleibt, sieht Gauß aber nicht als gesichert. Wenn die Verluste höher seien als die Leerstandkosten, dann könnte die Schließung zu einem früheren Zeitpunkt erfolgen

Mehr dazu im Artikel von Bärbel Kistner in Heilbronner Stimme vom 18.6.2013

 

WARENHÄUSER

Kaufhof schließt Häuser in Augsburg, Düsseldorf und Heilbronn

Die Metro-Tochter Galeria Kaufhof schließt drei Filialen - es fehle bei den betroffenen Warenhäusern die wirtschaftliche Perspektive. Der Personalabbau soll möglichst sozialverträglich ablaufen.

In einer Zeit, in der schlechte Nachrichten über Warenhäuser für gewöhnlich von Karstadt kommen, macht plötzlich Wettbewerber Kaufhof mit der Schließung dreier Standorte von sich reden.

Die Einstellung des Geschäftsbetriebs in den Filialen in Düsseldorf, Augsburg und Heilbronn soll "zeitlich geordnet und für die Mitarbeiter sozialverträglich" erfolgen, weil man warten wolle, bis die bestehenden Mietverträge ausliefen, teilte Kaufhof am Wochenende mit.

Mehr dazu bei Der Handel vom 17.06.2013

 

Tarifstreit im Einzelhandel beschert Verdi Mitgliederzulauf

Stuttgart (dpa/lsw)  - 17.06.2013  - Der Tarifstreit im Einzelhandel hat der Gewerkschaft Verdi im Südwesten einen Mitgliederzulauf beschert. Seit Anfang des Jahres seien mehr als 2400 neue Mitglieder aus der Handelsbranche beigetreten - davon allein 2200 aus dem Einzelhandel, sagte Verdi-SprecherAndreas Henke am Montag der Nachrichtenagentur dpa. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr lag das Plus um dieselbe Zeit im Einzelhandel lediglich bei 600 Neuzugängen. «Sie stehen grundsätzlich immer in Zusammenhang mit Tarifrunden», sagte Henke. In diesem Jahr sei zudem die Kündigung des Manteltarifvertrags durch die Arbeitgeber hinzugekommen.

Auch unterm Strich ist die Gewerkschaft in Baden-Württemberg so stärker aufgestellt: Aktuell zählt sie 225 000 Mitglieder, vor einem Jahr waren es noch tausend Köpfe weniger.

Verdi fordert von den Arbeitgebern, die Kündigung des Manteltarifvertrags im Einzelhandel zurückzunehmen. Für die 220 000 Beschäftigten will sie zudem eine Lohnsteigerung von einem Euro pro Stunde durchsetzen. Im Groß- und Außenhandel hatte es am Freitagabend einen Tarifabschluss gegeben.

Quelle: Südkurier vom 17.06.2013

 

Die Situation für Angestellte wird immer prekärer

Bei Schlecker wurde gut verdient

„Modernisieren“, alten Plunder ausmisten, lautet derzeit das Credo von Arbeitgebern des Einzelhandels. In der aktuellen Tarifrunde haben sie die Manteltarifverträge im Auge, in denen Urlaubsansprüche, Arbeitszeiten, Eingruppierungen und Zuschläge für Nacht- und Spätarbeit festgeschrieben sind. Aber auch veraltete Berufsbezeichnungen wie Kaltmamsell finden sich darin – mal kräftig entrümpeln klingt da nicht abwegig.

Entrümpelt wurden vor über einem Jahr auch 27.000 „Schlecker-Frauen“, als Familienpatriarch Anton Schlecker das Geschäftsmodell vor die Wand gefahren hatte. Mit den engen Schlecker-Filialen ließ sich gegen die Konkurrenz kein Stich mehr machen. Nicht nur die 27.000 Schlecker-Beschäftigten, 90 Prozent davon Frauen, wurden dabei entsorgt und auf den Arbeitsmarkt gespült. Auch ihre angebliche „Anspruchshaltung“ gilt als von vorgestern, „Konzessionsbereitschaft“ (beides O-Töne von Jobcenter-Mitarbeitern) ist bei der Stellensuche gefragt. Damit wird die Geschichte der „Schlecker-Frauen“ zur Parabel für die jetzige Tarifrunde.

Mehr dazu im Kommentar von Eva Völpel in der taz vom 17.06.2013