Landesfachbereich Handel in Baden-Württemberg

Keine Annäherung der Positionen

Tarifverhandlungen Einzelhandel in NRW, Hessen und Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen:

Keine Annäherung der Positionen

Herz-Logo: ver.di Handel - für bessere Tarife ver.di ver.di Handel - für bessere Tarife  – Herz-Logo: ver.di Handel - für bessere Tarife

Düsseldorf/Frankfurt/Leipzig - 24. Juli 2013 - Keine Fortschritte gab es bei den Tarifverhandlungen im Einzelhandel für die Tarifgebiete Nordrhein-Westfalen, Hessen und Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen.

Ohne eine Annäherung der Tarifvertragsparteien endete am heutigen Mittwoch (24. Juli) in Recklinghausen die vierte Tarifverhandlung für die rund 426.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sowie die rund 231.000 geringfügig Beschäftigten im nordrhein-westfälischen Einzelhandel. Die Arbeitgeber legten kein verbessertes Angebot bei Lohn und Gehalt vor und blieben im Kern bei den geforderten deutlichen Verschlechterungen bei der Arbeitszeit und bei den Zuschlägen für neueingestellte Beschäftigte, die überwiegend in der Warenverräumung und beim Auffüllen tätig sind.
Darüber hinaus kündigte der Arbeitgeberverband an, eine Verbandsempfehlung an ihre Mitgliedsunternehmen auszusprechen, die Löhne und Gehälter zum 1. August einseitig um 2,5 Prozent zu erhöhen.
Begleitet wurde die vierte Verhandlungsrunde vom Protest mehreren hundert streikender Einzelhandelsbeschäftigten vor dem Verhandlungslokal in Recklinghausen.

Nichts Neues auch bei der 3. Tarifverhandlung für den hessischen Einzelhandel: „Wer von der dritten Verhandlungsrunde nichts Neues erwartet hatte, der durfte sich bestätigt fühlen. Den Arbeitgebern war die Wirkung der Streiks und öffentlichen Aktionen durchaus anzumerken, aber offensichtlich reichte der Druck aus den Betrieben bisher bei weitem noch nicht aus, um sie zur Umkehr zu bewegen“, erklärt Bernhard Schiederig, Landesfachbereichsleiter Handel der Gewerkschaft ver.di Hessen. „Sie halten weiterhin an den massiven Verschlechterungen bei den Arbeitsbedingungen und Einkommen fest und fordern darüber hinaus für die so genannten Auffüller die Einführung einer Niedriglohngruppe mit einem Stundenentgelt von 8,20 Euro. Das bedeutet eine Verringerung des bisherigen Lohns von 11,69 Euro um 30 Prozent. Da die Arbeitgeber gleichzeitig bei dieser Beschäftigtengruppe die Zuschläge für Nachtarbeit streichen wollen, betrüge der Verlust je Stunde 9,90 Euro. Wer das den Beschäftigten als ‚Modernisierung‘ verkaufen will, der ist ein Scharlatan.“
ver.di ist sich sicher: Der "heiße Herbst" kommt so sicher wie das Weihnachtsgeschäft!

In Leipzig verweigerten die Arbeitgeber  Verhandlungen – wegen 300 Streikenden vor Verhandlungslokal die sie  mit Plakaten „1 Euro mehr pro Stunde“ und Trillerpfeifen „begrüßten“. Von den Streiks betroffen waren Kaufländer, Marktkauf, real,- Märkte, IKEA und H&M.
Die Arbeitgeber übergaben der ver.di Tarifkommission ein „Gesamtpaket“ und entzogen sich anschließend den Verhandlungen. „Das ist ein skandalöses und absolut unprofessionelles Verhalten der Arbeitgeber. Dass die Arbeitgeber ein Angebot zur Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen anbieten ist eine Reaktion auf die breite Streikbewegung. Allerdings sind 2,5 % zum 1. September und 1,5 % im nächsten Jahr viel zu wenig“, so ver.di Verhandlungsführer Jörg Lauenroth-Mago.