Landesfachbereich Handel in Baden-Württemberg

2.500 Streikende vor der Firmenzentrale in Neckarsulm

KAUFLAND-Streiksonderausgabe Oktober/November 2013

2.500 Streikende vor der Firmenzentrale in Neckarsulm

30.10.2013: 2500 Streikende vor der Kauflandzentrale in Neckarsulm Gustavo Alàbiso 30.10.2013: 2500 Streikende vor der Kauflandzentrale in Neckarsulm  – 30.10.2013: 2500 Streikende vor der Kauflandzentrale in Neckarsulm

Etwa 2.500 Streikende trafen sich am 30. Oktober vor der Firmenzentrale, um an der Kundgebung mittags um 12:00 Uhr teilzunehmen. Dies war der Höhepunkt der von ver.di ausgerufenen Streikwoche bei Kaufland, an der sich rund 5.000 Beschäftigte beteiligten. Sie protestierten mit ihrem Streik gegen die Haltung der Arbeitgeber, die stur an ihren Forderungen nach schlechteren Arbeitszeitregelungen, Einführung einer Billiglohngruppe für die Auffüller sowie Abgruppierung der Kassiererinnen festhalten und sich einer gerechten Lohn- und Gehaltserhöhung verweigern.

Diese Haltung zieht sich schon seit Monaten wie ein roter Faden durch alle Tarifverhandlungen hindurch. Den aus allen Teilen der Republik angereisten Streikenden reichte es nun, so dass sie vor der Zentrale des am schnellsten wachsenden Handelsunternehmens Europas ihren Unmut mit Trillerpfeifen, Klatschehänden, selbstgemalten Schildern und Transparenten kundtaten.

ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger führte aus: »Die Beschäftigten bei Kaufland und im Handel liefern jeden Tag gute Arbeit ab und müssen immer mehr arbeiten. Dafür haben sie Respekt verdient und können eine angemessene, faire Lohn- und Gehaltserhöhung erwarten. Dafür streiken wir. Und wenn es sein muss auch noch im Weihnachtsgeschäft.«

Gutes Geld für gute Arbeit

Bernhard Franke, Verhandlungsführer Baden-Württemberg: »Die Arbeitgeber haben die Tarifrunde mit einem Erpressungsversuch begonnen. Ihre Botschaft ist: Wenn die Einzelhandelsbeschäftigten weiter einen Flächentarifvertrag haben möchten, dann müssen sie künftig für weniger Geld arbeiten. Ein Lösungsweg ist naheliegend, um den Tarifkonflikt zu beenden. Die Arbeitgeber müssen zur Vernunft kommen, ihren Erpressungsversuch zurücknehmen und zu fairen Verhandlungen zurückkehren. Wenn sie das nicht verstehen, dann stehen wir auch an Weihnachten noch vor der Tür.«

Werner Wild, ver.di-Bundeskoordinator für Kaufland »Die Arbeitgeber sitzen auf dem völlig falschen Dampfer, wenn sie meinen sie könnten mit uns Verschlechterungen vereinbaren. Unsere Botschaft lautet: Gewerkschaften sind dazu da, die Arbeits- und Lebensbedingungen zu verbessern! Aus diesem Grund haben wir Mitglieder und für dieses Ziel streiken die Kolleginnen und Kollegen bei Kaufland und im Handel.«

Dank an alle, die dazu beigetragen haben, dass dieser Tag gelingt – auch organisatorisch!

Und nicht zu vergessen: Dankeschön an die streikenden Kolleginnen und Kollegen, die aufgrund von Verpflichtungen wie zum Beispiel der Versorgung der Kinder o.ä. den teilweisen langen Weg nach Neckarsulm nicht mitmachen konnten!

Wir brauchen euch alle vor Ort mit eurer Streikbereitschaft und eurem beispielgebenden Mut, damit wir die Tarifrunde gemeinsam erfolgreich beenden können!

Der Fotograf Gustavo Alabiso hat im Auftrag von ver.di den Kaufland-Streiktag in Neckarsulm dokumentiert. Alle Fotos stammen von ihm. Weitere Bilder sind hier zu finden: http://www.alabiso.de/Streik_Neckarsulm_30102013/

Wir kämpfen weiter bis zu einem akzeptablen Tarifabschluss!