Landesfachbereich Handel in Baden-Württemberg

Presseschau 22.-28. Juli 2013

Einzelhandel

Presseschau 22.-28. Juli 2013

 

Ein Dutzend Märkte wird "eingemottet":

Die ersten Opfer der Praktiker-Pleite

Die Insolvenzverwalter der Baumärkte Max Bahr und Praktiker starten mit der Investorensuche. Bis sie einen Käufer finden, sollen einige Filialen schließen. Ausgerechnet die Märkte, die kurz der Umstellung auf Max Bahr standen, werden "eingemottet".

Die finalen Rabattschlachten laufen seit Wochen: „Räumungsverkauf wegen Totalumbau“, verheißen derzeit bunte Schilder in zahlreichen Baumärkten von Praktiker. Dübel, Nägel und Beschläge werden verramscht, Hämmer und Sägen verhökert: „Alles muss raus“.

Derlei Ausverkaufsaktionen hatten ursprünglich nichts mit der Insolvenz der Kette zu tun. Vielmehr sollten die Filialen auf die Schwestermarke Max Bahr umgerüstet werden und nach einer Umbaupause in neuem Glanz erstrahlen. Doch nach Informationen der WirtschaftsWoche könnten die so genannten Umbaumärkte, die kurz vor der Umstellung auf Max Bahr standen und bei denen schon Räumungsverkäufe laufen, nun zu den ersten Opfern der Pleite zählen: Ihnen droht die Schließung.

Mehr dazu im Artikel von Henryk Hielscher in WirtschaftsWoche vom 27.7.2013

 

Tarifgespräche

Erneut Streik im Hamburger Einzelhandel

Beschäftigte des Einzelhandels demonstrieren in der Hamburger City. Die Gewerkschaft Ver.di will dadurch den Druck vor den dritten Tarifverhandlungen erhöhen. Die gehen kommende Woche weiter.

Mehr dazu im Hamburger Abendblatt vom 27.07.13

 

Baumarktkette

Die Max-Bahr-Pleite macht Praktiker quasi wertlos

Die Insolvenz der Baumarktkette Max Bahr macht die Rettung der Muttergesellschaft Praktiker zur Mammutaufgabe. Dabei galt die Tochter lange als Hoffnungsträger. Nun schauen Gläubiger in die Röhre.

Mehr dazu im Artikel von Carsten Dierig in der Welt vom 26.07.13

 

Streiks als Antwort auf Verhandlungsabbruch im Einzelhandel!

Leipzig, 25. Juli 2013 - Nachdem die Tarifverhandlungen für die 265.000 Beschäftigten im Einzel- und Versandhandel am Mittwoch nach 10 Minuten durch die Arbeitgeber abgebrochen wurden, antworten die Beschäftigten mit der Fortsetzung der Streiks in verschiedenen Teilen Thüringens und in Dresden. Betroffen sind Kauflandmärkte, mehrere Marktkaufhäuser, IKEA, H&M, real,- und netto-Märkte.

„Es ist beispiellos, was die Arbeitgeber sich gestern geleistet haben. Nach nur 10 Minuten verlassen sie die Verhandlungen, weil am Verhandlungstag gestreikt wurde. Es drückt Ihren fehlenden Respekt den Beschäftigten gegenüber aus. Sie wollen uns einseitig Regeln und Bedingungen aufdrücke. Nirgendwo steht geschrieben, dass am Verhandlungstag nicht gestreikt werden darf. Da spielen wir nicht mit“, so ver.di Verhandlungsführer Jörg Lauenroth-Mago.

„Das die Arbeitgeber sich gezwungen sahen, uns ein Angebot zur Erhöhung der Gehälter, Löhne und Ausbildungsvergütungen zu machen, ist ein Ergebnis der nicht nach lassenden Streikbewegung. Aber 2,5 % zum 1. September und 1,5 % im nächsten Jahr sind viel zu niedrig und viel zu spät. Die Verknüpfung dieses Angebots an gleichzeitige Verschlechterungen bei der Arbeitszeitplanung, bei den Zuschlägen und der Bezahlung von Auffüllkräften, ist nicht akzeptabel“, so Lauenroth-Mago.

Quelle: ver.di SAT

 

Tarifverhandlungen Einzelhandel in NRW, Hessen und Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen:

Keine Annäherung der Positionen

Düsseldorf/Frankfurt/Leipzig - 24. Juli 2013 - Keine Fortschritte gab es bei den Tarifverhandlungen im Einzelhandel für die Tarifgebiete Nordrhein-Westfalen, Hessen und Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen.

Ohne eine Annäherung der Tarifvertragsparteien endete am heutigen Mittwoch (24. Juli) in Recklinghausen die vierte Tarifverhandlung für die rund 426.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sowie die rund 231.000 geringfügig Beschäftigten im nordrhein-westfälischen Einzelhandel. Die Arbeitgeber legten kein verbessertes Angebot bei Lohn und Gehalt vor und blieben im Kern bei den geforderten deutlichen Verschlechterungen bei der Arbeitszeit und bei den Zuschlägen für neueingestellte Beschäftigte, die überwiegend in der Warenverräumung und beim Auffüllen tätig sind.

Darüber hinaus kündigte der Arbeitgeberverband an, eine Verbandempfehlung an ihre Mitgliedsunternehmen auszusprechen, die Löhne und Gehälter zum 1. August einseitig um 2,5 Prozent zu erhöhen.

Begleitet wurde die vierte Verhandlungsrunde vom Protest mehreren hundert streikender Einzelhandelsbeschäftigten vor dem Verhandlungslokal in Recklinghausen.

Nichts Neues auch bei der 3. Tarifverhandlung für den hessischen Einzelhandel: „Wer von der dritten Verhandlungsrunde nichts Neues erwartet hatte, der durfte sich bestätigt fühlen. Den Arbeitgebern war die Wirkung der Streiks und öffentlichen Aktionen durchaus anzumerken, aber offensichtlich reichte der Druck aus den Betrieben bisher bei weitem noch nicht aus, um sie zur Umkehr zu bewegen“, erklärt Bernhard Schiederig, Landesfachbereichsleiter Handel der Gewerkschaft ver.di Hessen. „Sie halten weiterhin an den massiven Verschlechterungen bei den Arbeitsbedingungen und Einkommen fest und fordern darüber hinaus für die so genannten Auffüller die Einführung einer Niedriglohngruppe mit einem Stundenentgelt von 8,20 Euro. Das bedeutet eine Verringerung des bisherigen Lohns von 11,69 Euro um 30 Prozent. Da die Arbeitgeber gleichzeitig bei dieser Beschäftigtengruppe die Zuschläge für Nachtarbeit streichen wollen, betrüge der Verlust je Stunde 9,90 Euro. Wer das den Beschäftigten als ‚Modernisierung‘ verkaufen will, der ist ein Scharlatan.“

ver.di ist sich sicher: Der "heiße Herbst" kommt so sicher wie das Weihnachtsgeschäft!

In Leipzig verweigerten die Arbeitgeber  Verhandlungen – wegen 300 Streikenden vor Verhandlungslokal die sie  mit Plakaten „1 Euro mehr pro Stunde“ und Trillerpfeifen „begrüßten“. Von den Streiks betroffen waren Kaufländer, Marktkauf, real,- Märkte, IKEA und H&M.

Die Arbeitgeber übergaben der ver.di Tarifkommission ein „Gesamtpaket“ und entzogen sich anschließend den Verhandlungen. „Das ist ein skandalöses und absolut unprofessionelles Verhalten der Arbeitgeber. Dass die Arbeitgeber ein Angebot zur Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen anbieten ist eine Reaktion auf die breite Streikbewegung. Allerdings sind 2,5 % zum 1. September und 1,5 % im nächsten Jahr viel zu wenig“, so ver.di Verhandlungsführer Jörg Lauenroth-Mago.

Quelle: ver.di

Arm durch Teilzeitarbeit

Ver.di weitet Streiks im Einzel- und Versandhandel in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Hessen aus

Ver.di hat die Warnstreiks im mitteldeutschen Einzel- und Versandhandel ausgeweitet. Am Montag schlossen sich sächsische Beschäftigte in Dresden, Freital, Meißen und im Raum Leipzig ihren Kollegen im thüringischen Gera und in Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt Magdeburg an. Dort wurden bereits am Samstag Kaufland- und Realmärkte sowie H&M- und Marktkauf-Filialen bestreikt.

Mehr dazu im Artikel von Susan Bonath in Junge Welt vom 23.07.2013

 

Wirtschaft

300 Beschäftigte streiken im Einzelhandel: Leipziger Netto- und Real-Märkte betroffen

dpa - Leipzig. Im Tarifkonflikt im Einzelhandel haben am Montag in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen rund 300 Beschäftigte die Arbeit niedergelegt. Verdi-Verhandlungsführer Jörg Lauenroth-Mago zeigte sich sehr zufrieden mit der Resonanz auf den Aufruf der Gewerkschaft. „Die Beteiligung ist total super“, sagte er.

Mehr dazu in Leipziger Volkszeitung vom 22.7.2013