Landesfachbereich Handel in Baden-Württemberg

Jetzt kommt der heiße Herbst!

Tarifverträge schützen!

Jetzt kommt der heiße Herbst!

Tarifinfo Wir im Einzelhandel Nr. 8 - 2013 verdi Handel Baden-Württemberg Wir im Einzelhandel Nr. 8 - 2013  – Tarifinfo Wir im Einzelhandel Nr. 8 - 2013

 

Seit Mai haben die Arbeitgeber die Tarifverträge im Einzelhandel gekündigt. Vier Verhandlungsrunden blieben ergebnislos, auch ein Sondierungsgespräch am 13. August, in dem ver.di einen Lösungsweg zur Beendigung des Tarifkonfliktes (siehe Rückseite) vorgeschlagen hat, hat nichts gebracht.

Noch nie war die Empörung über die Gier der Händler so groß. Deshalb ist die Streikbereitschaft der Belegschaften enorm: Allein in Baden-Württemberg haben sich seit Mai Tausende von Beschäftigten aus mehr als 100 Betrieben an den Streiks beteiligt – zum Teil über viele Tage und Wochen. Insgesamt gab es fast 1500 Streiktage in baden-württembergischen Betrieben!

Auch die einseitige Erhöhung der Gehälter und Löhne um 2,5% ab Juli – offensichtlich in der Absicht, so die massive Streikbewegung einzudämmen – hat daran nichts geändert:

Wir lassen uns nicht erpressen!

Wir verteidigen weiter entschlossen unseren Tarifvertrag!

Jetzt kommt der heiße Herbst!

 

Das sind keine Kleinigkeiten!

So wollen die Arbeitgeber den Manteltarifvertrag verschlechtern:

  • Niedrigere Eingruppierung für Kassiererinnen an Verbrauchermarktkassen
  • Streichung der Kassierzulage
  • Einführung einer neuen, niedrigeren Entgeltgruppe für „Hilfstätigkeiten“ wie Warenverräumung und Auffülltätigkeiten
  • Streichung der Spätöffnungs- und Nachtzuschläge für diese Tätigkeiten
  • Weitere Flexibilisierung der Arbeitszeiten
  • Streichung des Zuschlages für das Zuendebedienen nach dem Arbeitszeitende.

 

10.7.2013: Heute Kassiererin, morgen Hilfskraft Helmut Roos 10.7.2013: Heute Kassiererin...  – 10.7.2013: Heute Kassiererin, morgen Hilfskraft

Im heißen Herbst:

Streiks ausweiten und verstärken!

Die von den Händlern geforderten massiven Verschlechterungen unserer Tarifverträge sind keinesfalls akzeptabel. Sie reden von „Reformen“ und meinen „Abgruppieren, Kosten senken, Flexibilisieren“.

Keine Kleinigkeiten!

Nach den Forderungen der Händler sollen zum Beispiel Kassiererinnen in Verbrauchermärkten und SB-Warenhäusern nicht mehr in Gehaltsstufe III eingruppiert werden. Das wären bis zu 281 € weniger im Monat (- 13,7%)!

Ein anderes Beispiel: Für „Hilfstätigkeiten“ wie Warenverräumung und Auffülltätigkeiten wollen sie eine neue, niedrigere Entgeltgruppe einführen – mit einem Stundenlohn von 8,20 – 8,50 € und ohne Anspruch auf Spät- und Nachtzuschläge. Nach unserem derzeitigen Tarif müsste eine Auffüllkraft einen Stundenlohn von 10,67 € erhalten. Daraus ergäbe sich eine Lohnsenkung um 355 € im Monat (- 20,4%)! Sofern die Auffüllkraft in der Nacht (zwischen 20 Uhr und 6 Uhr) arbeiten würde, könnte 

sich das Minus wegen der Nachtzuschläge von 50% auf bis zu 1225 € (- 46,9%) erhöhen. Davon ganz abgesehen: Von 8,50 € Stundenlohn (1386 € im Monat bei Vollzeit) kann niemand menschenwürdig leben! ver.di fordert mit gutem Grund ein tarifliches Mindesteinkommen von 1800 € im Monat.

Wenn die Arbeitgeber nicht zur Vernunft kommen und ihren verhängnisvollen Kurs korrigieren, steht dem Einzelhandel unweigerlich ein „heißer Herbst“ bevor.

Die Streiks und Aktionen werden fortgesetzt und ausgeweitet! Im September gibt es Arbeitskampfabstimmungen in weiteren Betrieben. Ab Mitte September wird im ganzen Land wieder massiv gestreikt!

Wir kämpfen weiter!

 

Keine Bewegung bei den Arbeitgebern!

In einem Sondierungsgespräch am 13.8. 2013 mit Vertretern des Arbeitgeberverbandes hat ver.di vorgeschlagen, die Tarifauseinandersetzung 2013 zu beenden, indem

  • der Manteltarifvertrag unverändert wieder in Kraft gesetzt wird
  • eine ordentliche Tariferhöhung vereinbart wird,
  • die Tarifparteien vereinbaren, im nächsten Jahr verbindlich Verhandlungen über einen umfassenden Reformprozess unserer Tarifverträge aufzunehmen.

Die Arbeitgeber sahen sich jedoch nicht in der Lage, dazu abschließend Stellung zu nehmen.